Kuba: Tausende Menschen demonstrieren am Sonntag für Freiheit und das Ende des Kommunismus

Am Sonntag passiert das, was eigentlich nie passiert und dem kubanischen Präsidenten so gar nicht in dem Kram passt: Die Menschen in seinem Land beginnen, zu protestieren.

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Auf dem pazifischen Inselstaat Kuba erreichen die Werte in der Corona-Pandemie am letzten Wochenende mit 6923 Neuinfektionen und 47 Todesfällen ihren bisherigen Höchststand.

Neben rasant ansteigenden Coronafällen, leidet die Bevölkerung im Land unter einer Wirtschaftskrise und der Unterdrückung durch die kommunistische Regierung.

Proteste gegen Unterdrückung und Mangelwirtschaft

Anders als hierzulande, gehen die Menschen in Kuba in der Regel nicht in Massen auf die Straßen, um zu demonstrieren. Doch am Sonntag ändert sich die Situation.

Das Land steckt in einer Wirtschaftskrise, infolge derer momentan zahlreiche Haushalte an Lebensmittelknappheit leiden und keinen Strom haben.

In mehreren Städten finden sich tausende Menschen zusammen und rufen den Satz: "Nieder mit der Diktatur". Den Ausruf "Wir wollen Freiheit" hört man in Havanna.

Vor dem Kapitol der Hauptstadt verwendet die Polizei Tränengas und schlägt mit Plastikrohren auf die Demonstrierenden ein. Mindestens zehn Menschen werden verhaftet.

Präsident ist bereit, über Leichen zu gehen

Normalerweise finden öffentliche Versammlungen nur statt, wenn sie die kommunistische Partei organisiert. Der Parteiführer Präsident Díaz-Canel ruft zur Gewalt auf.

Der 61-jährige wendet sich in einer Fernsehansprache an seine Anhänger im Volk und fordert sie auf, den Demonstranten "entschlossen, fest und mutig entgegenzutreten":

Wenn sie die Revolution bezwingen wollen, müssen sie über unsere Leichen gehen.

Damit meint der Staatspräsident der Republik Kuba aber vermutlich nicht sich selbst und macht klar, dass er die Leben seiner Unterstützer opfern würde, um den Status quo beizubehalten.

Nord- und Lateinamerika verurteilen Aufruf zur Gewalt

Die US-amerikanische Diplomatin Julie Chung, erklärt Lateinamerikas Besorgnis über die Anstachelung zur Gewalt. Sie riefen "zur Ruhe auf und verurteilen jegliche Gewalt".

Die USA spricht eine Warnung gegenüber der kubanischen Regierung aus, sollte Gewalt gegen friedliche Demonstrant:innen eingesetzt werden, die nur "ihre allgemeinen Rechte in Anspruch nehmen".

Das erklärt der nationale Sicherheitsberater Präsident Biden, Jake Sullivan, auf Twitter. Ob die Demonstrantinnen und Demonstranten eine Veränderung bewirken können, bleibt abzuwarten.

Übrigens: Wenn du auf ungelöste Rätsel stehst, ist dieses hier sicher was für dich: Vom Havanna-Syndrom hast du bestimmt noch nie etwas gehört!