Osama bin Laden: Jetzt äußert sich erstmals seine Mutter
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Osama bin Laden: Jetzt äußert sich erstmals seine Mutter

Von Sophie Kausch
Letzte Änderung

Den Ex-Leibwächter von Osama bin Laden kennen nach dem Abschiebe-Urteil hierzulande fast jeder, seine Mutter hingegen nur die wenigsten Zum ersten Mal nach den schrecklichen Anschlägen vom 11. September 2001 ergreift die Mutter des Terroristen in einem Interview mit der britischen Zeitung The Guardian das Wort.

Die englische Zeitung The Guardian hat es geschafft: Erstmals äußert sich Alia Ghanem, Mutter des Jihadisten und Terroristen Osama bin Laden. Der frühere Chef von Al-Kaida hat sich zu den Anschlägen bekannt und wurde am 2.Mai 2011 von US-amerikanischen Soldaten in Pakistan getötet. Der Journalist Martin Chulov hat nun die Bin-Laden-Familie, die zu den reichsten Familien Saudi-Arabiens gehört, dazu befragt.

Osama bin Laden kam in den 1970er Jahren mit Extremismus in Kontakt

In ihrem Wohnzimmer, umgeben von Osamas Halbbrüdern Ahmad und Hassan, Osamas Schwiegervater Mohammed al-Attas und einem Agenten der Regierung, erzählt Alia von ihrem Sohn: „Mein Leben war sehr schwer, denn er war sehr weit von mir weg“, erklärt sie. Sie haben ihren Sohn, der als Kind schüchtern und exzellent in der Schule war, „sehr geliebt.“ „Er war ein guter Junge, bis er vor 20 Jahren auf Menschen gestoßen ist, die ihm einer Gehirnwäsche unterzogen haben.“ Laut Alia wurde Osama bin Laden in den späten 70er Jahren zum Extremisten. An der Universität von Jeddah traf er seinen Mentor Abdullah Azzam, Mitglied der Muslimbrüder.

"Sie liebt ihn so sehr, dass sie ihm keine Vorwürfe machen kann"

Nach und nach radikalisiert sich Osama. Nachdem er in Afghanistan Anfang der 80er Jahre gegen die Russen kämpft, schließt er sich der Terrororganisation Al-Kaida an. Seine Familie hat ihn letztmals 1999 gesehen, zwei Jahre vor den Attentaten in den USA. Als die Familie von seiner Radikalisierung hörte, „waren wir sehr wütend“, erklärt Alia Ghanem. „Ich wollte nicht, dass das alles passiert.“ Osamas Halbbruder Ahmad präzisiert: „Sie liebt ihn so sehr, dass sie ihm keine Vorwürfe machen kann. (…) Sie wollte nie den Terroristen in ihm sehen.“ Nachdem die Regierung sie jahrelang überwacht hatte, fängt für die Familie Bin Laden nun langsam ein neues Leben in „Freiheit“ an.


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