"Radiologischer Notfall": So groß ist die Gefahr, dass Strahlung von der Ukraine nach Deutschland gelangt

In Deutschland wurde bisher noch nie ein radiologischer Notfall ausgerufen. Auch nicht nach Tschernobyl. Für den Fall der Fälle soll Deutschland gut und ausreichend vorbereitet sein: So groß ist die Strahlengefahr aus der Ukraine wirklich.

Sollte es in Putins Krieg gegen die Ukraine zum Schlimmsten und zu einem Atomunfall in der Ukraine oder gar zu einem Atomkrieg kommen, ist man besser vorbereitet - da reicht es nicht, sich mit Jodtabletten einzudecken.

Deutschland ist vorbereitet

Tatsächlich wäre das zu diesem Zeitpunkt komplett überflüssig. Deutschland ist laut der Präsidentin des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS), Inge Paulini, gut für den "radiologischen Notfall gerüstet", wie sie gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagt.

Seit Beginn der Kampfhandlungen schwanken zwar die Zahlen, die täglich aus der Ukraine zu uns gelangen, doch mit seinen 1.700 automatisch arbeitenden Messstellen, sei das Bundesamt in Deutschland stets gut informiert.

Gelangt Strahlung aus der Ukraine nach Deutschland?

Deutschland erhält täglich neue Informationen zu der Strahlenbelastung aus der Ukraine. Das BfS hat sich der neuen Situation angepasst und arbeitet seit Beginn von Putins Krieg eng mit dem Deutschen Wetterdienst zusammen. Die Wetterlage in der Ukraine bestimmt, wo im Fall eines Austritts von Strahlung, diese hintransportiert wird. Paulini verrät:

Wir schauen uns aktuell viermal am Tag die Wetterlage über der Ukraine an. Das machen wir sonst natürlich nicht.

Tatsächlich ist die Chance, dass Strahlung von der Ukraine aus nach Deutschland gerät, sogar sehr gering. Einer Untersuchung von vor einigen Jahren zufolge sei das "nur an circa 60 Tagen im Jahr" überhaupt möglich. Hinzu kommt dann noch, dass die Konzentration der radioaktiven Stoffe bei der zurückgelegten Strecke in der Luft abnimmt.

Ob es Anzeichen für das Austreten radioaktiver Stoffe in der Ukraine gibt, verraten wir euch im Video.

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