Transsexualität – Was ist das genau?

Wer sich nicht seinem eigentlichen biologischen Geschlecht zugehörig fühlt, sondern mit Attributen des anderen Geschlechts spielt, wird im Allgemeinen als transsexuell bezeichnet. Die Transsexualität ist kein Phänomen der Neuzeit, sondern bereits aus der Antike überliefert. Heute hat sie jedoch eine ganz andere Bedeutung, insbesondere durch die Möglichkeit bestimmter Geschlechtsoperationen, die körperliche Attribute ganzheitlich auf das andere Geschlecht anpassbar machen.

Transsexualität – Was ist das genau?
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Transsexualität – Was ist das genau?

In der Umgangssprache wird oftmals von „Transe“ gesprochen, einem geschlechtsneutralen Ausdruck für Menschen, die sich im anderen Körper wohlfühlen und sich dementsprechend geben, kleiden und artikulieren. Besonders in westlichen Gesellschaften fehlt es jedoch noch an der breiten Akzeptanz, die in Teilen von Asien mitunter durch gesetzliche Regelungen wesentlich höher liegt.

Wie nimmt ein Mensch die eigene Transsexualität überhaupt wahr?

Ein Aspekt, der bei der Betrachtung von Transsexualität nicht unbeachtet bleiben darf, ist das starke innere Gefühl der Betroffenen, im falschen Körper gefangen zu sein. Grundsätzlich gehen Wissenschaftler davon aus, dass Transsexualität angeboren ist und vor allem deshalb ein Konflikt entsteht, weil stets eine Zuordnung zu einem Geschlecht im Anschluss an die Geburt vorgenommen wird. So gibt es viele Menschen, die über Jahre oder Jahrzehnte in eher männlichen oder weiblichen Bereichen agieren, sich dem aber nicht zugehörig fühlen und sich verstärkt durch Gestik, Mimik, Auftreten, Artikulation oder Kleidung abgrenzen. Laut Harry Benjamin, einem der bekanntesten Forscher zu Transsexualität, gibt es verschiedene Grade bzw. Typen, mit denen sich Transsexualität dokumentieren bzw. einteilen lässt.

Transsexualität führt zu dem Wunsch der körperlichen Angleichung

Viele transsexuelle Menschen haben einen starken inneren Leidensdruck, der zu dem Wunsch einer körperlichen und sozialen Angleichung an das wahrgenommene Geschlecht führt. Es wird also deutlich zwischen dem Zuweisungsgeschlecht sowie der wahrgenommenen, das Ich bestimmenden Geschlechtsidentität unterschieden. Mit den heutigen medizinischen Möglichkeiten der geschlechtsangleichenden Maßnahmen haben viele transsexuelle Menschen die berechtigte Hoffnung, dieses Ziel auch tatsächlich zu erreichen.

Leider häufig anzutreffen: Ausgrenzung und mangelnde Akzeptanz Transsexueller

Gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der von ihr regelmäßig herausgegebenen „Internationalen Klassifizierung von Krankheiten und verwandten Gesundheitsproblemen“ galt Transsexualismus als sog. Geschlechtsidentitätsstörung. Sie war den Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen zugeordnet, wird seit der Neuauflage der Klassifizierung allerdings nicht mehr so aufgefasst - übrigens anders als die Intersexualität. Dies ist sicherlich ein Grund zur Hoffnung, dass Transsexualität einen breiteren Konsens findet und Betroffene sich nicht vor Stigmatisierung und Ausgrenzung fürchten müssen.

Wie häufig ist Transsexualität in Deutschland?

Wie viele transsexuelle Menschen es in Deutschland gibt, lässt sich anhand von Studien nur wage abschätzen. Nimmt man die wesentlichen Arbeiten aus den Niederlanden, Deutschland und den USA zusammen, so entsteht eine Bandbreite von 0,0015 bis 0,6 Prozent der Bevölkerung. In Deutschland gibt es mit dem Transsexuellengesetz (TSG) eine rechtliche Grundlage zur Bewertung und zum Umgang mit Betroffenen. Man geht hier von einem Anteil von etwa 0,265 Prozent an der Gesamtbevölkerung aus, basierend auf jährlichen Fallzahlen gemäß TSG sowie der verhältnismäßigen Bewertung und Relation zu den Geburten.

Nicht zu verwechseln ist die Transsexualität mit den Begriffen androgyn und Pansexualität.

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