Frühere Hamburger NDR-Chefin Maria von Welser schwer pflegebedürftig © Jan Brandes
Veröffentlicht am 14/09/2026 um 14:00 von der Redaktion

Frühere Hamburger NDR-Chefin Maria von Welser schwer pflegebedürftig

Maria von Welser, einst eine der bekanntesten TV-Gesichter Norddeutschlands, ist schwer krank und auf Pflege angewiesen. Wie hat sich das Leben der früheren NDR-Chefin in den letzten Monaten verändert?

Das Leben von Maria von Welser hat in den vergangenen Jahren eine dramatische Wendung genommen. Schon seit 2017 kämpft die ehemalige NDR-Rundfunkleiterin und ZDF-Moderatorin mit einer schweren Kopf-Erkrankung. Nach mehreren Operationen und Therapien ist die Hamburger Journalistin heute rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen – und ihr Zustand gibt Anlass zur Sorge. Ihr Ehemann Klaus Häusler, der sie liebevoll begleitet, spricht offen über ihr Leiden und die aktuelle Situation, berichtet die Bild.

Die 80-Jährige wurde vor allem während ihrer Zeit beim NDR bekannt, als sie die Geschicke des Senders mitprägte und viele journalistische Akzente setzte. Später wechselte sie ins ZDF und engagierte sich noch jahrelang für gesellschaftliche Themen. Dass sie nun auf so umfassende Pflege angewiesen ist, hätte bis vor kurzem kaum jemand für möglich gehalten. Ihr Krankheitsverlauf ist geprägt von Hoffnung und Rückschlägen, von medizinischem Fortschritt und bitteren Grenzen dessen, was Therapie heute leisten kann.

Seit ihrem ersten Tumorbefund, der nach einer Untersuchung in Hamburg gestellt wurde, hat sie eine beispiellose medizinische Odyssee hinter sich. Während die Öffentlichkeit von ihrer Erkrankung im Jahr 2017 erfuhr, blickt ihr engstes Umfeld auf neun schwierige Jahre voller Herausforderungen zurück. Immer wieder musste das Paar mit neuen Diagnosen fertigwerden, sich über Therapieoptionen informieren und entscheiden, wie es gemeinsam weitergeht.

Ein Schicksalsschlag nach dem anderen

Bereits vor neun Jahren wurde bei Maria von Welser zum ersten Mal ein Hirntumor festgestellt – damals ein Schock, den sie mutig öffentlich machte. Nach der ersten OP folgte eine siebenwöchige Protonentherapie, doch neue Tumore ließen nicht lange auf sich warten. Im Mai 2025, beim Deutschen Hirntumortag, sprach sie davon, dass sie bereits drei neurochirurgische Eingriffe hinter sich habe. Inzwischen kam es insgesamt zu fünf Kopf-Operationen, zuletzt im Dezember 2025. Seitdem ist die 80-Jährige bettlägerig, kann das Bett nicht mehr alleine verlassen und braucht intensive Pflege.

Die letzte große OP Ende 2025 hatte gehofft, eine schwere Phase ihrer Leidensgeschichte zu beenden. Doch stattdessen zeigte sich bald, wie sehr der medizinische Eingriff ihr Leben veränderte: Ein notwendiger Drainageschlauch sollte überschüssige Flüssigkeit im Schädel ableiten, doch die Folgen führten dazu, dass von Welser seitdem kaum noch in der Lage ist, ihre Umwelt aktiv wahrzunehmen. Laut Ehemann Klaus Häusler ist sie „bettlägerig“, erkennt ihn zwar noch, kann sich aber kaum noch verständigen. Gespräche, die früher zur Tagesordnung gehörten, sind nun zu seltenen, mühsamen Versuchen geworden, Verständnis und Nähe auszudrücken.

Noch im Frühjahr 2025 zeigte sich von Welser öffentlich, um beim Deutschen Hirntumortag anderen Mut zu machen. Ihre Offenheit und ihr Engagement brachten ihr viel Respekt, doch die Rückschläge nach der fünften OP brachten einen radikalen Wandel: Die einst so aktive Journalistin ist heute auf ständige Unterstützung angewiesen und auf ein Leben im Bett beschränkt. Hinzu kommt, dass sie, seit dem letzten Eingriff, stetig abbaut und immer weniger selbstständig bewältigen kann.

Pflegeroutine und Abschied von der Selbstständigkeit

Ihrem Mann Klaus Häusler, der mit seinen 87 Jahren täglich an ihrer Seite steht, fällt die Veränderung schwer. In einem Statement gegenüber der Bild bringt er es auf den Punkt:

"Es sieht nicht gut aus".

Die Versorgung von von Welser ist aufwendig: Sie kann zwar noch ihren Mann erkennen, ihre Sprachfähigkeit ist jedoch stark eingeschränkt. Die Kommunikation mit ihr wird für Angehörige und Pflegekräfte immer schwieriger. Laut ihrem Mann möchte Maria von Welser keine weiteren Operationen mehr unternehmen.

Die Veränderungen im Alltag sind gravierend: Einst war von Welser für ihre Tatkraft bekannt, organisierte privat und beruflich vieles selbst und stand gern im Mittelpunkt. Jetzt sind alle Routinehandlungen wie Waschen, Essen oder Lagewechsel im Bett nicht mehr ohne fremde Hilfe möglich. Ihr Zustand benötigt speziell ausgebildetes Pflegepersonal, das den nötigen medizinischen und menschlichen Beistand liefert. Für Klaus Häusler kommt es einer Mammutaufgabe gleich, den Alltag mit Pflege und Aufmerksamkeit zu füllen, doch er weicht seiner Frau nicht von der Seite. "Wir lassen uns von dieser Situation nicht unterkriegen", sagt er wohl auch zu sich selbst – und spürt jeden Tag, dass Geduld, Trost und Nähe noch wichtiger geworden sind.

Zu allem Überdruss sind die Möglichkeiten, mit von Welser zu kommunizieren, immer weiter eingeschränkt. Früher diskutierten sie über Politik, Medien und das aktuelle Tagesgeschehen – heute läuft das meiste über Gesten oder Momente, in denen ein Lächeln oder ein Handgriff zeigen, dass sie ihren Mann noch erkennt. Für Freunde und Angehörige ist das eine große Belastung, doch Klaus Häusler gibt nicht auf. Viele Bekannte und frühere Weggefährten melden sich weiterhin, um dem Paar Mut zu machen – obwohl die Perspektive immer düsterer erscheint.

Privates Glück trotz schwerer Zeiten

Trotz aller Schicksalsschläge hält das Ehepaar zusammen. Erst Anfang September 2026 feierten Maria von Welser und Klaus Häusler ihren 32. Hochzeitstag. Klaus Häusler erinnert an ihr Eheversprechen:

"Wir haben uns versprochen, in guten wie in schlechten Zeiten zusammenzubleiben".

Auch wenn das Leben von von Welser nun fast ausschließlich aus Krankheit und Pflege besteht, zeigt ihre Beziehung Stärke und Verbundenheit.

Das gemeinsame Jubiläum in diesem Herbst hat für die beiden eine besondere Bedeutung. Zwischen Pflegeroutinen, Arztgesprächen und den ständigen Sorgen bleibt ihnen der Rückhalt miteinander. Die Liebe, mit der sie sich umeinander kümmern, lässt die schwierige Lage für Momente in den Hintergrund treten. Für von Welser war Familie immer ein zentraler Wert, und auch jetzt – in einer Phase voller Unsicherheit und Kontrollverlust – ist es diese Verbindung, die Halt gibt. Freunde bestätigen: Die beiden haben einen ausgeprägten Sinn für Gemeinschaft, auch wenn der Austausch mit der Außenwelt durch die schwierigen Umstände stark reduziert ist.

So bleibt trotz aller Einschränkungen ein Rest von dem, was ihr Leben lange Zeit geprägt hat: gegenseitige Wertschätzung, das Zuhören und der liebevolle Blick füreinander.

"Wir haben auch in schlechten Zeiten immer aufeinander gezählt", betont Häusler.

Womöglich ist dieses Fundament der Partnerschaft das, was beide am meisten durch diese dunkelste Etappe trägt.

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