Arzt sagt: "Wer sich noch nicht mit Corona angesteckt hat, hat wahrscheinlich Beziehungsprobleme"

Einem südkoreanischen Arzt zufolge sagt die Tatsache, dass man sich nicht mit dem Covid-19-Virus angesteckt hat, eine Menge über die Person aus.

In einem Facebook-Post vom 16. März behauptet ein Arzt aus Südkorea, dass "Erwachsene, die noch nicht mit Covid-19 infiziert waren, zwischenmenschliche Probleme haben".

Ma Sang-hyuk, Vizepräsident der Korean Vaccine Society, löscht seinen Beitrag nach den Reaktionen seiner Community schnell wieder. Mehrere Internetnutzer haben allerdings einen Screenshot gemacht und verbreiten diese Nachricht in den sozialen Medien.

Kontroverse Aussagen des Arztes

Diese Nachricht löst sehr schnell eine Kontroverse aus. Der Arzt fordert auch, dass die Regierung "sich auf die Behandlung konzentrieren soll, anstatt die Coronamaßnahmen zu verstärken, da die Verbreitung der Omikron-Variante das Land plagt."

Tatsächlich liegt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Nachricht die Gesamtzahl der bestätigten Fälle in Südkorea bei 9,93 Millionen, was bedeutet, dass fast einer von fünf Menschen im Land positiv getestet wurde.

In einem Interview mit Korea Herald, einer lokalen Zeitung, verteidigt der Arzt seine Haltung und stellt klar, dass seine Bemerkung über "zwischenmenschliche Probleme" eine Metapher war, um darauf hinzuweisen, dass eine Ansteckung mit dem Virus unvermeidlich ist. Ma Sang-hyuk sagt:

Es ist bedauerlich für diejenigen, die an Covid-19 sterben, aber wir müssen auch an die Menschen denken, die nicht ins Krankenhaus gehen können, obwohl sie krank sind und zu Hause unter Angst und Schmerzen leiden. Sie sollten das Recht haben, behandelt zu werden.

Höchste Stufe der sozialen Isolation

In einem Bericht mit dem Titel The world is probably sicker than it has been in 100 years (zu deutsch: "Die Welt ist wahrscheinlich kränker als in den letzten 100 Jahren"), der am 6. Februar veröffentlicht wurde, zitiert das Wall Street Journal einen Tweet der mexikanischen Krankheitsspezialistin Brenda Crabtree, die dasselbe behauptet. Sie schreibt:

Wenn Sie im Moment keine infizierten Freund:innen haben, haben Sie keine Freund:innen.

Laut einer Studie liegt das Ausmaß der sozialen Isolation im vergangenen Jahr bei 34,1 % und damit 6,4 Prozentpunkte höher als 2019 vor dem Ansturm von Covid-19. Dies ist der höchste Stand seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 2009.

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