Sechs vermeintliche Trainingstipps, die deiner Gesundheit mehr schaden als nutzen

Sechs vermeintliche Trainingstipps, die deiner Gesundheit mehr schaden als nutzen

Auch das Krafttraining bleibt nicht vor ihnen verschont: Influencern. Und während sie oft motivierend und inspirierend sind, teilen manche von ihnen auch schlechte Tipps mit dir, die deinem Training und deinem Körper mehr schaden als nutzen.

Euer Lieblings-Instagramer hat ein Video über seine neue Übung für Brustmuskeln gepostet. Die Ergebnisse sehen gut aus, und noch dazu dauert die Übung nur fünf Minuten. Also los geht's! Nein, das ist keine gute Idee – Ratschläge sind leider (zu) häufig nicht für jeden förderlich, insbesondere, wenn sie nicht von qualifizierten Personen kommen. Deshalb haben wir eine Liste mit sechs so genannten "Ratschlägen" für euch aufgestellt, vor denen ihr euch hüten solltet. Denkt immer daran, eine Aussage zu überprüfen. Es gibt im Allgemeinen keine Wunder-Lösung oder Abkürzungen beim Krafttraining.

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"Go hard or go home"

Das hört man oft, wenn es darum geht, euch zu motivieren. Vielleicht steht es sogar in eurem Fitnessstudio an der Wand. Es ist gut, alles zu geben, aber nicht einfach irgendwie. Die Grundidee dieses Slogans ist es, bis zur Erschöpfung zu trainieren und eine maximale Anzahl von Wiederholungen in jeder Serie zu machen, aber das ist eindeutig kein guter Plan. Denn wenn man es übertreibt, riskiert man Verletzungen. Noch dazu kommt die Technik zu kurz – eine echte Katastrophe. Denkt daran, je nach Tagesform das zu geben, was ihr könnt, aber vergesst dabei nicht, dass es das wichtigste ist, die Bewegungen richtig auszuführen.

"Mach weiter, auch wenn du Schmerzen hast"

Es wird immer besser. "Es gibt einen großen Unterschied zwischen Muskelkater und Schmerzen, und wenn man Schmerzen ignoriert, kann man sich bald einen Behindertenausweis zulegen", erklärt Mike Boyle, ein zertifizierter Trainer. Muskelkater tritt beim Krafttraining häufig auf, wenn man kein BCAA nimmt (ein Nahrungsergänzungsmittel, dass die Muskelregeneration fördert). Aber man muss zwischen gutem und schlechtem Schmerz unterscheiden können. Wenn ihr einen schlechten Schmerz ignoriert, dann wird er zu einer Verletzung, die schlimmer wird. Ihr geht damit das Risiko ein, über einen gewissen Zeitraum hinweg nicht mehr trainieren zu können.

"Mache Crunches und Sit-Ups, um deine Wirbelsäule zu schützen"

Crunches und Sit-Ups sind Übungen, die die Bauchmuskeln stärken. Sie werden als grundlegende Übungen für den Bauch angesehen, und sie kommen häufig in Bauchmuskel-Programmen für den Sommer oder anderen Trainingsplänen für einen flachen Bauch vor. Auch wenn sie effizient sind, schützen sie keinesfalls eure Wirbelsäule, ganz im Gegenteil. Bei diesen beiden Bewegungen wird die Wirbelsäule gebeugt. Wenn man sie also zu häufig macht, tritt der gegenteilige Effekt ein. Um eure Wirbelsäule zu schützen, solltet ihr eher statische Übungen wie den Unterarmstütz machen.

"Zeig mir, wie viele Deadlifts du in einer Minute schaffst"

Seit ein paar Jahren werden die "Challenges", die in den sozialen Netzwerken umgehen, immer zahlreicher. Aber beim Krafttraining ist es wichtig, nichts zu überstürzen. Eine maximale Anzahl von Wiederholungen von einer Übung in sehr kurzer Zeit zu machen, führt dazu, dass wir die Bewegung katastrophal falsch ausführen. Wieder einmal kommt die Technik zu kurz und man konzentriert sich nur darauf, sein Ego zu stärken. Super – und was meint euer Körper dazu? Wenn ihr euch mit anderen messen wollt, dann macht lieber Crossfit und so oft wie möglich WODs. Das ist schöner und ihr werdet besser begleitet.

"Ruh dich zwischen den Serien nicht aus"

Dieser Ratschlag ist ziemlich genial, wenn man alles so schlecht wie möglich machen will. Die Erholungszeit zwischen zwei Serien ist je nach eurem Ziel (und eurer Fitness) unterschiedlich lang. Wenn man Fett verbrennen oder einen bestimmten Muskeln definieren will, macht man keine oder wenig Pausen. In diesem Fall ist es besser, mit Supersets zu arbeiten, um zwei Muskelgruppen zu trainieren, oder mit Dropsets, wenn man einen bestimmten Muskel trainieren will. Wenn ihr eure Kraft steigern wollt, solltet ihr euch mindestens zwei Minuten Pause zwischen den Serien gönnen, denn sonst haben eure Muskeln nicht genug Zeit, um sich zu erholen. Wenn man einen Sprint nach dem anderen macht, ohne dazwischen durchzuatmen, passiert dasselbe.

"Mach plyometrische Übungen bei deiner Session"

Plyometrische Übungen können sehr effizient, aber auch sehr schädlich sein. Man macht sie häufig zusätzlich zu seinem normalen Training, um Fett zu verbrennen oder seine Explosivität zu steigern, aber diese Übungen können katastrophale Auswirkungen auf eure Gelenke haben. Die Jump Box oder andere Übungen dieser Art stellen beispielsweise eure Knie und Knöchel auf eine harte Probe. Es ist wichtig, auf eure Gelenke zu achten, um im Alltag die richtigen Bewegungen machen zu können. Achtung, wir wollen damit nicht sagen, dass die Jump Box eine schlechte Übung ist, sondern lediglich, dass man auf seine körperliche Verfassung achtgeben muss.

• Maximilian Kunze
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