#metootrans: Unter diesem Hashtag posten Transgender ihre Erfahrungen  mit Gewalt im Alltag
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#metootrans: Unter diesem Hashtag posten Transgender ihre Erfahrungen mit Gewalt im Alltag

Die Bewegung wird immer größer. In nur wenigen Tagen erlangt sie weltweit Bekanntheit. Tausende von Trans-Personen teilen ihre Geschichten und Erfahrungen über Gewalt und Belästigung mit dem Hashtag #MeeTooTrans.

Belästigung, zweifelhafte Witze, unangemessene Fragen, körperliche oder verbale Angriffe.... All das müssen Transgender über sich ergehen lassen. Seit dem 10. November verurteilen Tausende von Tweets unter dem Hashtag #MeTooTrans die Gewalt und Diskriminierung. Lucile ist 25 Jahre alt und selber trans. Sie hat die Bewegung in Frankreich gestartet und sie verbreitet sich rasant in andere Länder.

Angriffe gegen Transgender

Angesichts zunehmender Angriffe gegen Transgender, ob individuell oder im Kollektiv, privat oder staatlich, fordere ich euch auf, eure Erfahrungen mit Transphobie unter dem Hashtag #MeTooTrans zu teilen. Basierend auf dem Modell von #Metoo. (Lucile@Twitter)

Die junge Frau erklärt der französischen Seite der Huffington Post, dass sie den Hashtag ins Leben gerufen hat, nachdem sie von mehreren Personen auf einen Artikel von TV5Monde aufmerksam gemacht wurde: "Wann wird es ein #MeToo von transsexuellen Frauen geben?" "Dann ging es ziemlich schnell", fügt Lucile hinzu und freut sich, dass "die Leute es wagen, über Dinge zu reden, über die sie sonst nicht zu reden wagen."

Unterstützung außerhalb der Community

Lucile fordert auch Leute, die selber keine Transgender sind, zur Unterstützung auf. Mittlerweile gibt es viele Menschen, die sich auch als pansexuell bezeichnen, aber jeder andere Mensch sei auch aufgefordert. Der Hashtag soll Menschen begreiflich machen, dass auch Trans-Personen unter sexueller Belästigung und sogar Gewalt leiden.

Seitdem es den Hashtag gibt, wurden bereits viele Erfahrungen geteilt

So wird ein Mann, der Hormone nimmt, um sich auf seine Operation vorzubereiten, vom Apotheker jedes Mal mit "Herr" angesprochen, was ihm sehr unangenehm ist.

Eine andere Person wurde bei einem Einstellungsgespräch gefragt, was sie denn "zwischen den Beinen hätte". Aber nicht nur verbale Attacken werden unter dem Hashtag geschildert. Viele erzählen auch von körperlichen Angriffen.

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Selbst die Polizei verhält sich unangemessen

Selbst die Polizei reagiert nicht immer korrekt. Eine Person erzählt, dass ihr ein Polizist gesagt haben soll, dass es aufgrund ihrer Kleidung ihre eigene Schuld sei, wenn sie angegriffen würde. Zuletzt hat die Reaktion Ungarns auf die LGBT-Kampagne von Coca Cola empört.

Aber auch viele Familienmitglieder reagieren nicht immer positiv auf einen Verwandten, der trans ist. Auf Twitter erzählen viele von verbalen oder körperlichen Angriffen innerhalb der Familie.

Maximilian Vogel
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