Trotz großen Tierleids: China setzt Bärengalle im Kampf gegen das Coronavirus einTrotz großen Tierleids: China setzt Bärengalle im Kampf gegen das Coronavirus ein
Trotz großen Tierleids: China setzt Bärengalle im Kampf gegen das Coronavirus ein
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Trotz großen Tierleids: China setzt Bärengalle im Kampf gegen das Coronavirus ein

Als Reaktion auf den Coronavirus-Ausbruch entscheidet China sich dazu, den Verzehr und den Verkauf von Wildtieren zu verbieten.Trotz des Erlasses, der einige Lücken aufweist, wird in der traditionellen chinesischen Medizin derzeit Bärengalle im Kampf gegen das Virus eingesetzt. Diese wird mit qualvollen Methoden aus der Galle lebender Bären gewonnen - ein Verfahren, das noch dazu vollkommen überflüssig ist!

Anfang Dezember 2019 infizieren sich die ersten Menschen auf einem Fischgroßmarkt in Wuhan, das sich in der chinesischen Provinz Hubei befindet, mit dem neuartigen SARS-CoV-2 Virus. Was folgt ist eine Pandemie, die derzeit die ganze Welt in Atem hält - und die jetzt schon ihre Folgen zeigt, die nicht alle negativ sein müssen.

Positive Reaktion in China

In einer ersten Reaktion auf den Ausbruch des neuartigen Coronavirus machte die chinesische Regierungen einen sinnvollen und hoffnungsvollen Schritt in die richtige Richtung: Sie erließ ein Verbot zum Verzehr und Handel von Wildtieren.

Doch wie die Welttierschutzgesellschaft(WTG)jetzt in einer Pressemitteilung berichtet, weist dieses Verbot einige Lücken auf und der mögliche Grund dafür zeigt sich derzeit. Denn zum Beispiel bleibt der Einsatz tierischer Produkte in der chinesischen Medizin unerwähnt und so kommt es, dass derzeit Bärengalle im Kampf gegen das Coronavirus zum Einsatz kommt.

Bärengalle Gegen COVID-19

Anfang März spricht Chinas Nationale Gesundheitskommission die Empfehlung aus, zur Behandlung gegen die COVID-19 Erkrankung eine Rezeptur aus der traditionellen Medizin (TCM) einzusetzen. Darin ist unter anderem Bärengalle enthalten. Bärengalle wird unter grausamen Umständen auf sogenannten Bärenfarmen in China aus der Gallenblase des lebendigen Tieres gewonnen (mehr zum Thema Bärengalle s. Video).

Eine aktuelle chinesische Studie beweist, dass die Rezeptur bereits im Einsatz ist und das, obwohl es zahlreiche pflanzliche und auch syntetische Alternativen zu Bärengalle gibt, worauf die Leiterin für Tierschutzarbeit bei der WTG Daniela Schrudde hinweist. Des Weiteren sagt sie:

Der Einsatz des tierischen Produkts ist angesichts des damit verbundenen Tierleids nicht zu rechtfertigen.
Bärengalle wird unter für das Tier schmerzhaftesten Bedingungen gewonnen  picture alliance / Kontributor@Getty Images

Nach kleinem Schritt in richtige Richtung folgt großer Schritt zurück

Obwohl andere asiatische Länder wie zum Beispiel Vietnam Bärenfarmen seit Jahren verboten haben, sind in China laut WTG nach wie vor 10.000 Bären auf solchen Farmen gefangen. Viele der Tiere stammen aus der Wildnis. Die chinesische Regierung treibt die Nutzung tierischer Produkte in der traditionellen Medizin nach wie vor voran, wie derzeit bei der Behandlung von COVID-19 Erkrankten zu sehen ist, obwohl das im krassen Kontrast zu dem neuen Verbot steht, wie Daniela Schrudde betont:

Diese Entwicklungen, die eine Nachfrage nach tierischen TCM-Produkten aufrechterhalten, stehen im deutlichen Widerspruch zum jüngst beschlossenen Handels- und Verzehrverbot von Wildtieren und sie führen dazu, dass der zum Teil illegale Handel mit Wildtierprodukten fortgeführt werden kann.
Von Sarah Kirsch

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