Pathologin klärt auf: Das ist die wahre Todesursache von Corona
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Pathologin klärt auf: Das ist die wahre Todesursache von Corona

Rund 1,2 Millionen Menschen sind weltweit bereits am Coronavirus gestorben. Eine Pathologin, die verstorbene Patienten untersucht, macht nun eine außergewöhnliche Entdeckung: Viele der Betroffenen überstehen den Kampf gegen das Virus und sterben ohne auffällige Lungenschäden. Wie kann das sein?

Die Pathologin Kirsten Mertz vom Schweizer Kantonsspital Baselland gehörte zu den ersten Ärzten weltweit, die verstorbene Corona-Patienten untersuchen durfte. Im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet sie von den erstaunlichen Entdeckungen, die sie und ihr Team dabei gemacht haben.

Zwei verschiedene Corona-Patienten

Bei ihren Untersuchungen macht Mertz relativ schnell die Entdeckung, dass es zwei verschiedene Corona-Patient-Typen gibt. Während einige der Betroffenen schwere Lungenschäden (darunter auch viele Sportler) aufweisen, sind bei anderen kaum äußerliche Veränderungen festzustellen.

Bei ersteren ist die Todesursache recht eindeutig. Die Auskleidungen ihrer Lungenbläschen gehen aufgrund der T-Zellen, die das Virus im Körper eliminieren sollen, kaputt. Im Endeffekt greift sich der Körper dadurch allerdings selbst an.

Durch die geschädigten Lungenbläschen kann irgendwann kein Sauerstoffaustausch stattfinden, was ein Atemversagen zur Folge hat, an dem die Patienten schlussendlich sterben.

Geschädigte Lungenbläschen können zu Atemversagen führen.  Virojt Changyencham@Getty Images

Corona-Tod ohne Veränderungen in der Lunge

Bei der anderen Patienten-Gruppe tappen die Experten zunächst im Dunkeln. Bei ihren Lungen können sie keine großen Veränderungen feststellen. Erst später entdecken sie: Die Betroffenen sterben nicht am Virus selbst, schaffen es sogar, den Virus in ihrem Körper zu eliminieren. Später sterben sie dann aber an den Folgen einer "überschießenden Immunreaktion".

Bei ihrer Suche sind die Forscher irgendwann auf spezielle Gene gestoßen, die bei einer Corona-Infektion hochreguliert werden. Diese sogenannten Interferon-regulierten Gene sind ein entscheidender Teil im Prozess der Bekämpfung einer Autoimmunerkrankung.

Bis dato sind diese Gene allerdings nicht groß mit Sars-CoV-2 in Verbindung gebracht worden. Doch genau hier macht Mertz eine mysteriöse Feststellung.

So gefährlich sind die Folgeschäden einer Infektion

Die Gruppe der Verstorbenen ohne massive Lungenschäden weisen ungemein mehr hoch regulierte Interferon-stimulierten Gene auf. Offenbar überstehen sie die Infektion und die Lungenkrankheit als solche, sterben aber danach unvermittelt an den Folgeschäden des anstrengenden Kampfes gegen Covid.

Und selbst jene Patienten, die einen schweren Krankheitsverlauf überleben, werden wohl noch lange mit ihrer Erkrankung zu kämpfen haben. Die Folgeschäden, die bislang bekannt sind, umfassen ausgeprägte Schädigungsmuster des Herzmuskels, das zu Herzversagen führen kann oder aber auch verstärkte Blutgerinnung, was Thrombose zur Folge haben kann. Trotzdem muss Mertz feststellen:

Wir kennen jetzt Covid-19 seit knapp einem Jahr. Ich glaube, Studien über die Langzeitfolgen, die fundierte Ergebnisse liefern, werden erst in den nächsten ein bis zwei Jahren kommen.

Großer Fortschritt im Kampf gegen das Virus

Die Pathologin ist sich sicher, dass ihre Entdeckung zu einer besseren Behandlung von Corona-Patienten beitragen kann, da sie den Krankheitsverlauf nun in zwei Phasen einteilen kann.

Die erste, in der Untersuchten eine hohe Viruslast aufweisen und dann die zweite, in der die verheerenden Gewebeschäden hinzukommen. Diese Unterteilung kann beispielsweise für die Verabreichung von verschiedenen Medikamenten nützlich sein. Diese Lebensmittel wirken sich übrigens gut auf deine Lunge aus.

Von Maximilian Vogel

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