Mit Tier-Medikament gegen Covid? Gesundheitsbehörden warnen vor gefährlichem Internet-Trend

Nach dem Auftauchen einiger manipulativer Videos auf Social Media, warnen amerikanische Gesundheitsbehörden nun vor der Verwendung eines Tier-Entwurmungsmittels gegen Covid-19.

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Die amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde FDA warnt vor spekulativen Videos, die zurzeit auf Instagram kursieren. Darin wird pseudo-wissenschaftlich erklärt, wie das Tier-Entwurmungsmittel Ivermectin bei Menschen zur Vorbeugung gegen eine Covid-19-Erkrankung helfen soll.

Mit Entwurmungsmittel gegen Corona

Im US-Bundesstaat Mississippi gibt es Berichte von schweren Vergiftungen als Folge einer hohen Dosis des Tier-Medikaments. Die FDA spricht von "Patienten, die nach einer Selbstmedikation mit für Pferde bestimmtem Ivermectin medizinische Hilfe benötigten und ins Krankenhaus eingeliefert wurden".

Um den gefährlichen Internet-Trend im Keim zu ersticken, schreibt die FDA nun auf ihren Social-Media-Kanälen: "Du bist kein Pferd. Du bist keine Kuh. Im Ernst, ihr alle. Hört auf damit". Weiter heißt es:

Es sind viele Falschinformationen im Umlauf, und vielleicht hast du gehört, dass es in Ordnung ist, hohe Dosen von Ivermectin zu nehmen. Das stimmt aber nicht!

Lebensgefahr durch Tier-Medikamente

Die FDA erklärt, dass es eindeutige Unterschiede gibt zwischen Medikamenten für Tiere, und Medikamenten für den Mensch - selbst wenn beide Mittel den gleichen Namen tragen. "Tierarzneimittel sind oft hoch konzentriert, weil sie für große Tiere wie Pferde und Kühe verwendet werden, die viel mehr wiegen können als wir", schreiben sie.

Dazu kommt, dass die Auswirkung vieler Stoffe, die in Tier-Medikamenten enthalten sind, noch nicht beim Menschen erforscht sind. "Oder sie sind in viel größeren Mengen enthalten als die, die bei Menschen verwendet werden", erklärt die Behörde.

Dass in der Corona-Krise andere starke Medikamente immer häufiger verschrieben werden, ist nichts neues. Ärzte auf der ganzen Welt stellen besorgt fest, dass die Einnahme dieser gefährlichen Mittel im letzten Jahr deutlich zugenommen hat.