Forscher warnt vor Coronavirus: "60 % der Weltbevölkerung könnten sich infizieren"
Forscher warnt vor Coronavirus: "60 % der Weltbevölkerung könnten sich infizieren"
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Forscher warnt vor Coronavirus: "60 % der Weltbevölkerung könnten sich infizieren"

Etwas mehr als zwei Monate nach dem ersten Auftreten des Coronavirus in der Provinz Hubei (China) warnt der Hongkonger Epidemiologe Gabriel Leung, dass zwei Drittel der Weltbevölkerung am Virus erkranken könnten.

Diese Zahl ist besorgniserregend. Mehr als zwei Monate nach Ausbruch der Epidemie des Coronavirus ist die offizielle Bilanz am Dienstag, den 11. Februar, auf über 1.000 Todesfälle und 42.000 Infizierte in China angestiegen. Ein Hongkonger Epidemiologe warnt, dass die Epidemie zwei Drittel der Weltbevölkerung heimsuchen könnte, wenn in den kommenden Wochen und Monaten nicht die entsprechenden Maßnahmen getroffen werden.

Kurz vor der Eröffnung einer Expertenkonferenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu der Krankheit in Genf (Schweiz) gibt Professor Gabriel Leung, ein Hongkonger Epidemiologe und Experte für das im Dezember in der Provinz Hubei aufgetretene Virus, der Zeitung The Guardian ein Interview. Leung macht sich bereits in den Jahren 2002 - 2003 im Rahmen der SARS-Epidemie einen Namen.

Eine "Angriffsrate" von 60 bis 80 %

Leung schlägt ähnliche Töne an wie der Generaldirektor der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus. Dieser warnt am Montag davor, dass "wir womöglich nur die Spitze des Eisbergs sehen". Der Hongkonger Epidemiologe ist der Meinung, dass wir derzeit noch "die Größe und Form des Eisbergs bestimmen" müssen, so der Guardian.

Die Mehrheit der Spezialisten, die sich mit dem Thema befassen, stimmen in einem Punkt überein: Jede infizierte Person steckt im Schnitt weitere 2,5 Personen an, was eine "Angriffsrate" (also Übertragungsrate) von 60 bis 80 % bedeutet.

"Sechzig Prozent der Bevölkerung ist eine riesige Zahl", zeigt sich Leung in diesem Gespräch alarmiert. Die Situation muss also ernst genommen werden, obwohl die Sterblichkeit derzeit nur bei 1 % liegt (genauer gesagt laut einer am 9. Februar veröffentlichten chinesischen Studie bei 1,4 %). Das Land geht dabei sogar so weit, Besitzer von Haustieren dazu aufzurufen, ihre Tiere zu töten.

56 Millionen Chinesen unter Quarantäne

Um eine weltweite Verbreitung des Virus zu vermeiden, ist es aus Leungs Sicht äußerst wichtig zu entscheiden, ob die drastischen Maßnahmen, die China seit Dezember trifft, auch wirksam sind. Wenn ja, dann muss überlegt werden, wie diese am besten auch in anderen vom Coronavirus betroffenen Ländern umgesetzt werden können.

Es steht jedoch nicht fest, ob alle Länder auch über die Mittel verfügen, um die Verbreitung der Krankheit wirksam einzudämmen. Wir dürfen nicht vergessen, dass China seit Ausbruch der Epidemie ungefähr 56 Millionen Menschen unter Quarantäne stellt.

Wenn Chinas Maßnahmen allerdings als unwirksam beurteilt werden, müssten die Experten weltweit ihre Strategie ändern und aufhören, das Coronavirus eindämmen zu wollen, und stattdessen nach Möglichkeiten suchen, die Wirkung des Virus so gut wie möglich zu verringern.

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"Vielleicht wird die Letalität des Virus sinken"

Laut Professor Leung ist es derzeit jedenfalls noch kaum absehbar, was sich in den nächsten Wochen tun wird:

Werden 60 bis 80 % der Bevölkerung infiziert werden? Vielleicht nicht. Vielleicht kommt das in Wellen. Vielleicht wird die Letalität des Virus sinken, da es ihm nichts nützt, alle auf seinem Weg dahinzuraffen, da es dann auch stirbt.
Von Simone Haug
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