"Eine Gefahr für die ganze Welt": Brasilien bringt Corona-Experten zum Verzweifeln

Nicht alle Länder erleben aktuell einen Positivtrend in der Corona-Pandemie. Während die Fallzahlen in vielen Ländern sinken, steht Brasilien kurz vor einem Totalausfall.

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Während die Länder weltweit wegen der sinkenden Fallzahlen auf eine baldige Rückkehr in die Normalität hoffen, bricht Brasilien einen Negativrekord nach dem anderen und gefährdet damit auch alle anderen Länder, wie unter anderem die Washington Post berichtet.

Jeden Tag neue Negativrekorde

1.641 Tote meldet das brasilianische Gesundheitsministerium am Dienstag, den 02. März, innerhalb von 24 Stunden. Die Neuinfektionen liegen bei 59.925 und damit steigt die Zahl der Corona-Infektionen auf 10,6 Millionen. Nur in Indien und den USA sind die Zahlen noch höher.

Doch Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro verschließt sich weiterhin vor der Gefahr des Coronavirus. Einschränkungen lehnt er aus wirtschaftlichen Gründen ab und kritisiert lokale Behörden, die dennoch welche einführen. Zusätzlich warnt er auch noch vor angeblich negativen Nebenwirkungen von Masken.

Zusammenbruch in spätestens 2 Wochen

Angesichts dieser Chaos-Regierung schlagen Experten die Hände über dem Kopf zusammen und sehen die unausweichliche Katastrophe. "Wir haben verloren", erklärt Lígia Bahia, Gesundheitsprofessorin der Federal University von Rio de Janeiro.

Das brasilianische Gesundheitssystem steht kurz vor dem Zusammenbruch, es gibt keine Intensivbetten mehr und Experten rechnen schon innerhalb der nächsten zwei Wochen mit dem Kollaps, wie Fernando Máximo, Gesundheitsminister des Bundestaates Rondônia, in einer bewegenden Rede erklärt:

Wir haben keine Intensivbetten für Ihre Mutter. Wir haben keine Intensivbetten für Ihren Vater, Ihre Tante, Ihren Sohn, Ihre Freundin. Wir haben keine Intensivbetten für SIE.
Freie Intensivbetten gibt es in Brasilien keine mehr... Pixabay@Pexels

Eine Gefahr für die ganze Welt

Doch nicht nur die Krankenhäuser sind überfüllt und Intensivbetten Mangelware. Auch auf den Friedhöfen wird der Platz eng, wie Domingos Alves, Leiter des Health Intelligence Laboratory der Universität in São Paulo erklärt:

Wenn bis März nichts getan wird, werden die Menschen um Krankenhausbetten kämpfen – und um Gräber auf dem Friedhof (...) Wir werden neue Friedhöfe öffnen müssen, um die Körper zu begraben.

Hinzu kommt die zusätzliche Gefahr durch die deutlich ansteckendere Virusvariante, die in Brasilien wütet. Sogar ein Fall wird bekannt, als ein Patient an zwei Corona-Mutationen gleichzeitig erkrankt...

Wenn das Land die Ausbreitung nicht unter Kontrolle kriegt, so befürchten die Experten, katastrophale Folgen für die ganze Welt, wie Epidemiologe Miguel Nicolelis warnt:

Es könnte nicht nur das Epizentrum der Pandemie werden, sondern auch das Epizentrum der Verbreitung tödlicherer und ansteckenderer Varianten. Es liegt im Interesse des gesamten Planeten.