Coronavirus: Deutsches Forscherteam rechnet mit jährlich 23 Mutationen

Die zahlreichen – und teilweise noch gefährlicheren – Mutationen des Coronavirus halten uns und die Forscher weiterhin in Atem. In Deutschland soll es bisher acht Varianten geben, weltweit sind es aber viel mehr.

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Kaum ist der Impfstoff gegen das Coronavirus da, und mit ihm die Hoffnung zu einem normalen Leben, da tauchen von überall her Mutationen von SARS-CoV-2 auf.

Zunächst kommen aus England, dann aus Südafrika beunruhigende Nachrichten über Varianten, die noch ansteckender sein sollen sollen als der Originalstamm. Mittlerweile dürften sogar Varianten mutieren...

Wie hoch ist das Potenzial einer Mutation des Coronavirus?

In Deutschland sind wir bisher von den Mutationen verschont geblieben. Doch für wie lange? Ein deutsches Forschungsteam hat deswegen eine Untersuchung durchgeführt, um herauszufinden, wie hoch das Potenzial des Coronavirus ist, Mutationen zu bilden.

Dafür haben die Wissenschaftler des Universitätsklinikums Jena Stichproben von Covid-19-Patienten aus Thüringen mit den SARS-CoV-2 Genomen von Erkrankten aus der Bundesrepublik, Europa und weltweit verglichen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen sie auf medRxiv, wo Studienleiter Dr. Christian Brandt erklärt:

Das Virus verändert sich, wie es statistisch zu erwarten ist: Es mutiert fröhlich vor sich hin.
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Ein Forscherteam aus Deutschland setzt sich mit dem Potential von Mutationen des Coronavirus auseinander. FotoshopTofs@Pixabay

Acht Mutationen in Deutschland nachgewiesen

Das Forscherteam erwartet jährlich rund 23 Mutationen. Diese entstehen vor allem durch Fehler beim ständigen Kopieren der Virus-Erbinformationen. In Deutschland lassen sich bisher acht dieser Varianten nachweisen.

Doch es könnten schnell mehr werden. Die derzeitige Impfkampagne hat sich nämlich vor allem auf das Stammvirus konzentriert. Für das Virus selbst bedeutet das: Wenn es nicht aussterben will, muss es weiter mutieren, um einer Immunisierung zu entgehen.

Das Universitätsklinikum Jena setzt daher auf Überwachung und plant jede Woche 24 zufällig ausgewählte SARS-CoV-2-Proben zum weltweiten Datenpool hinzuzufügen um etwaige Abweichungen schnell aufzudecken. Auf eine Früherkennung setzen auch Forscher aus den USA, die Mutationen frühzeitig im Abwasser erkennen wollen.

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