Corona: Lippenbalsam soll die Ausbreitung der Viren schwächen
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Corona: Lippenbalsam soll die Ausbreitung der Viren schwächen

Laut einer von französischen und amerikanischen Forschern durchgeführten Studie könnte die Verwendung von Lippenbalsam dazu beitragen, das Risiko einer Übertragung von Covid-19 zu reduzieren. Seine Wirkung bleibt jedoch zeitlich begrenzt.

So unwahrscheinlich es auch erscheinen mag, aber Lippenbalsam könnte sich als starker Verbündeter im Kampf gegen Covid-19 erweisen. Laut einer von der American Physical Society (APS) veröffentlichten Studie dürfte seine regelmäßige Anwendung die Emission von Aerosolen stark einschränken. Diese Atemtröpfchen werden von den amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) als Hauptübertragungsquelle des Virus angesehen.

Tröpfchen über bis zu 2 Meter Entfernung

Um zu dieser Schlussfolgerung zu gelangen, beobachtete das französisch-amerikanische Forschungsteam einen in einem Raum eingeschlossenen Mann, dessen Aufgabe darin bestand, denselben Satz mehrmals zu wiederholen, um die Bildung dieser Tröpfchen an seinem Mund und ihre Ausstoßung in die Luft zu beobachten. Infolgedessen scheinen die Laute mehrerer Konsonanten wie "p", "b" oder "k", in wenigen Sekunden Luft (und damit Tröpfchen) bis zu zwei Meter weit zu projizieren.

Es ist kein neues Experiment: Im Mai kamen Forscher des US-amerikanischen National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NDIK) zu ähnlichen Schlussfolgerungen, nachdem sie einen Probanden gebeten hatten, denselben Satz mehrmals mit kräftiger Stimme zu wiederholen.

Lippenbalsam als Lösung?

Angesichts dieser Art von Geräuschen, die für den Ausstoß von Mikrotröpfchen über die Atemwege besonders riskant sind und daher eine mögliche Ansteckung begünstigen, scheint sich eine ganz einfache Lösung abzuzeichnen: Die Verwendung von Lippenbalsam.

Lippenbalsam soll verhindern, dass die "Speichelfäden", die sich an den Lippenrändern bilden, zu Tröpfchen werden. Den Forschern zufolge würde das Auftragen von Lippenbalsam die Mikrotröpfchenspritzer sogar um ein Vierfaches reduzieren. Das würde somit die Ansteckungsgefahr drastisch senken, wie Manouk Abarjan, Forscher am CNRS in Montpellier und Mitverfasser der Studie, im Interview mit dem französischen Radiosender France Bleu erklärt:

Wir haben es überprüft. Ja, der Lippenbalsam reduziert die Tröpfchenemissionen bei Plosivkonsonanten wie dem "p", aber da es ein "aber" gibt, steigt die Anzahl der Tropfen mit der Zeit an.

Kurz gesagt: Lippenbalsam kann sich als nützlich erweisen, wenn ihr keine Maske zur Hand habt. Er sollte aber nicht eure einzige Waffe im Kampf gegen das Virus in diesem Winter sein. Deutlich effizienter ist ein Mund-Nasen-Schutz, auch wenn dieser zu anderen Beschwerden führen kann.

Von Fred Eilig

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