Der Große Ameisenbär ist gefährlicher als erwartet, aber nur aus diesem traurigen Grund

Der Große Ameisenbär ist gefährlicher als erwartet, aber nur aus diesem traurigen Grund

Ein wissenschaftliches Gutachten berichtet von zwei tödlichen Angriffen von Großen Ameisenbären auf Menschen in den letzten Jahren im Nordwesten Brasiliens. Nach Ansicht von Experten haben diese Unfälle einen ganz bestimmten Grund, an dem die Menschen Schuld tragen.

Auch wenn die Ameisenbären Menschen nicht ohne Grund angreifen, sollte man sich vor ihnen hüten. Vor allem dann, wenn man in ihr Territorium eindringt. Ein Bericht von Wissenschaftlern enthüllt die Details von zwei Angriffen, die innerhalb von zwei Jahren im Nordwesten Brasiliens stattfinden. Die beiden Männer, die in den Jahren 2010 und 2012 attackiert werden, verlieren dabei ihr Leben.

Große Ameisenbären gelten im Allgemeinen nicht als aggressiv gegenüber Menschen und neigen dazu, sie zu meiden. Diese behaarten Tiere mit einer sehr langen Nase haben keine Zähne und haben auch eine sehr schlechte Seh- und Hörfähigkeit. Weil Menschen ihren Lebensraum immer mehr zerstören, wird diese Art auf der Liste der International Union for Conservation of Nature (UCIN) als „gefährdet“ eingestuft. 

 

Erhöhtes Risiko durch Entwaldung

Wegen des Verhaltens der Menschen werden Begegnungen mit Ameisenbären häufiger. Indem sie immer mehr Waldstücke roden und sich öfter in ihre natürlichen Lebensräume vorwagen, vervielfachen sie das Risiko von Angriffen. Auch wenn diese Riesen nicht sehr angriffslustig sind, so haben sie doch leicht Angst. 

 

Die etwa zwei Meter langen und in der Regel mehr als 30 Kilogramm schweren Tiere neigen dazu, sich mit den vier langen Krallen an jedem ihrer beiden Vorderbeine zu verteidigen. Diese Krallen sind so groß wie kleine Messer und werden hauptsächlich zum Graben in Ameisenhügeln verwendet. Wenn sich ein Großer Ameisenbär jedoch in Gefahr wähnt, zögert er nicht, sie zu benutzen, um seinen Gegner abzuwehren. 

Die beiden von den Wissenschaftlern dokumentierten Fälle von tödlichen Angriffen werden in der Online-Zeitschrift Wilderness and Environmental Medicine veröffentlicht. Nach Angaben der Autoren sterben die beiden Opfer, zwei Jäger im Alter von 47 und 75 Jahren, an Wunden, die durch die Krallen in den Oberschenkelarterien verursacht wurden.

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„Die Verletzungen waren sehr schwerwiegend und es ist nicht bekannt, ob die Tiere dieses Abwehrverhalten erst kürzlich erlernt haben“, sagt Vidal Haddad, der Hauptautor der Studie, in einer Erklärung. Eines ist sicher: in beiden Fällen wird der Angriff von Menschen provoziert. Es gibt Beweise dafür, dass sich die Tiere verteidigt haben, nachdem sie in eine Falle gelockt und verwundet worden sind.

Ein Aufruf zur Erhaltung des natürlichen Lebensraums von Ameisenbären

Die Autoren des Berichts möchten jedoch darauf hinweisen, dass es sich hierbei um besonders seltene Verhaltensweisen handelt. Sie betonen, wie wichtig es sei, sie zu überwachen. Es sei darüber hinaus sehr wichtig, sie zu beschützen, indem man den Tieren genügend natürliche Lebensräume zur Verfügung stellt. Dies ist daher eine Warnung und kein Aufruf zur Gewalt gegen die Ameisenbären. 

Flavia Miranda, eine Ameisenbär- Expertin, hofft, dass die Botschaft verstanden und nicht falsch interpretiert wird. Sie erklärt: „Wir haben bereits viele Probleme mit dieser Art, weil viele Menschen denken, dass sie Pech bringen und das Tier deshalb töten. Aber ich verstehe auch die Bedeutung dieses Artikels, weil ich selbst kürzlich einen Unfall mit einem Ameisenbären hatte und fast mein Leben verloren hätte.“

Maximilian Vogel
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