Mit seinem ekligen Verteidigungsmechanismus kann der Schleimaal selbst Haie töten

Mit seinem ekligen Verteidigungsmechanismus kann der Schleimaal selbst Haie töten

Dieser Aal hat die wohl ungewöhnlichste und unappetitlichste Verteidigungsstrategie in den Weiten der Ozeane.

Wir kennen schon die clevere Technik, die der Tintenfisch anwendet, um seine Feinde abzuwehren. Jetzt offenbart ein anderes Tier ein vergleichbares Talent: der Schleimaal. Er sieht wie ein gewöhnlicher Aal aus, mit dem Unterschied, dass er zur Verteidigung einen zähflüssigen Schleim produziert, der es ihm ermöglicht, die Kiemen seiner Angreifer zu blockieren.

Vor einigen Jahren können die Forscher das Tier zum ersten Mal in Aktion erleben. Der präzise Mechanismus, mit dem sein Schleim in nur einer Zehntelsekunde anschwillt - um das bis zu 10.000-fache seiner ursprünglichen Größe - war lange ein Rätsel. Amerikanischen Forschern gelingt es dann, ein mathematisches Modell zu konstruieren, das die Ausdehnung des Schleims reproduziert.

Wie in einer Veröffentlichung im Journal of the Royal Society Interface erklärt wird, haben sich die Wissenschaftler auf die Untersuchung der hydrodynamischen Prozesse konzentriert, die mit dem spektakulären Einsatz kleiner Schleimkugeln verbunden sind, die vom Schleimaal ins Wasser abgegeben werden. Und zu ihrer großen Überraschung entdecken die Forscher - unter dem Objektiv eines Mikroskops - überraschende Geheimnisse rund um den Mechanismus.

Ein gut gehütetes Geheimnis

Im Zentrum des Schleims befinden sich winzige faserige Knäuel, die sich ausbreiten können und dann in weniger als einer halben Sekunde auf mehrere Zentimeter lange Stränge anschwellen. Das Geheimnis des Aufblähens der Schleimhaut ist damit endlich gelüftet! Oder zumindest gibt es erste Ergebnisse.

Vor der Entdeckung ist es allein den Forschern überlassen, festzustellen, ob die Wasserströmung für das Anschwellen der Knäuel verantwortlich ist. Und dann kommt die Mathematik den Wissenschaftlern zu Hilfe. 

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Kugeln, die sich wie Klebeband abrollen lassen

Durch den Aufbau ihres Modells können die Forscher den Prozess die Entwicklung der kleinen Kugeln simulieren. „Unser Modell basiert auf der Idee eines kleinen Elements, das zunächst hängt und dann gezogen wird. Stell dir eine Rolle Klebeband vor. Um das Band von einer neuen Rolle abzuwickeln, musst du möglicherweise nach dem Anfang suchen und es mit dem Fingernagel abziehen. Aber wenn das Ende bereits sichtbar ist, ist es einfach, es zu greifen und abzurollen“, sagt Jean-Luc Thiffeault, Professor für Mathematik an der University of Wisconsin in Madison.

Die durch die Wasserbewegungen erzeugten Kräfte reichen also aus, um die winzigen Faserknäuel abzurollen und so die Schleimkugeln auf das 10.000-fache ihrer ursprünglichen Größe anschwellen zu lassen. „Wenn ein Hai den Mund schließt, verursacht er Wirbel. Es erzeugt eine kleine Strömung, die der Schleimaal für das Anschwellen benötigt“, schließt Jean-Luc Thiffeault. Man sollte sich also lieber nicht mit dem Schleim des Schleimaals anlegen. 

• Carina Levent
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