Vor 50 Jahren: MIT sagt Weltuntergang für dieses Jahrhundert voraus

Vor 50 Jahren: MIT sagt Weltuntergang für dieses Jahrhundert voraus

Vor 50 Jahren entwickelten Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) ein Informatik-Modell, das das Ende der Menschheit für das kommende Jahrhundert voraussagt. Eine apokalyptische Weltuntergangsprognose, die heute aktueller denn je scheint.

Seit 1945 schreckt eine düstere Uhr die Menschheit auf: Die Atomkriegsuhr. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs berechnet sie, wie nahe wir dem Weltuntergang stehen. Zeigt die Uhr Mitternacht an, ist die Menschheit am Ende.

Die Uhr ist angsteinflößend und liegt vielleicht gar nicht so falsch. Denn bereits vor langer Zeit haben Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) das Ende unserer Zivilisation vorausgesagt. An einem Tag in den kommenden Jahrzehnten soll es geschehen.

Diese düstere Prognose hat ihre Ursprünge in den 1970er Jahren. Fernsehaufnahmen dokumentieren die Anfänge.

Ein ganz neues Konzept 

Vor 50 Jahren entwickelte Jay Wright Forrester, bekannt als Vater der dynamischen Systeme, ein Informatik-Modell namens WORLD1. Der Algorithmus war eine absolute Innovation in der damaligen Zeit und war der leistungsstärkste Computer Australiens.

„Erstmals betrachtet eine Simulation die Geschichte der Menschheit auf dem Planeten als ein einziges System. Das System zeigt, dass die Erde das aktuelle Bevölkerungs- und Industriewachstum nur noch für ein paar Jahrzehnte bewältigen kann“, erklärt der Sprecher in Archivbildern. 

Vier Studenten von Jay Wright Forrester entwickelten das Programm weiter und schufen WORLD3. Eine dritte Version, entwickelt vom Club of Rome, eine Arbeitsgruppe bestehend aus Wirtschaftswissenschaftlern, Industriellen, Unternehmern und Entscheidungsträgern aus insgesamt 50 Ländern. Dieses Team forscht seit 1968 über die größten Problemen, mit denen sich die Menschheit beschäftigen muss.

Ein schockierender Bericht

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Die Ergebnisse, die WORLD3 entwickelte, wurden 1972 in einem berühmten Bericht veröffentlicht: Der Meadows-Bericht, benannt nach einem der beiden Co-Autoren. Das Dokument trug den Namen „The limits to growth“ zu deutsch: Die Grenzen des Wachstums.

Das Modell, das die Forscher des MIT entwickelt haben, basiert auf fünf Parametern, die entscheidend für das Überleben der Menschheit sind: Bevölkerungswachstum, Agrarproduktion, Ressourcennutzung, Industrieproduktion und Umweltverschmutzung. Die US-amerikanischen Wissenschaftler kamen zu dem alarmierenden Schluss, dass die Zivilisation in den kommenden Jahrzehnten aussterben würde, sollte sich nichts ändern. 

Ein Weltuntergangsszenario, das damals schlecht ankam. „The Limits to Growth ist nach unserer Ansicht eine inhaltsleere und fehlerhafte Arbeit“, urteilt damals die New York Times. 50 Jahre später scheinen die Forscher mit ihrem Ergebnis nicht falsch zu liegen. Mehr denn je müssten heute Konsequenzen gezogen werden.

• Fred Eilig
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