Hacken statt forschen: So sucht Russland nach einem Covid-19-Impfstoff
Hacken statt forschen: So sucht Russland nach einem Covid-19-Impfstoff
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Hacken statt forschen: So sucht Russland nach einem Covid-19-Impfstoff

Das National Cyber Security Centre von Großbritannien beschuldigt Russland, Hacker eingesetzt zu haben, um Unternehmen auszuspionieren, die nach einem Impfstoff gegen Covid-19 suchen.

Schwere Anschuldigungen, denen ebenso schwere Konsequenzen folgen könnten, sollten sich diese bewahrheiten: Zahlreiche Organisationen auf der ganzen Welt forschen momentan nach einem Impfstoff gegen Covid-19. Nun sollen einige von ihnen Opfer eines Hackerangriffs geworden sein und der Verdacht fällt auf den russischen Geheimdienst.

Eine bereits bekannte Hackergruppe

Die britische Behörde für Internetsicherheit National Cyber Security Centre (NCSC)wirft den Hackern vor, Organisationen angegriffen zu haben, die an der Suche nach einem Covid-19-Impfstoff beteiligt sind.

Bei den Beschuldigten handelt es sich um eine Hackergruppe, die wir unter den Namen "APT29", "The Dukes" oder "Cozy Bear" kennen. Bereits 2014 stuft das amerikanische Unternehmen für Internetsicherheit Crowstrike diese Hackergruppe als Bedrohung ein.

Bekannt wurde diese Gruppe insbesondere durch ihre Beteiligung an dem Hackerangriff des amerikanischen Democratic National Committees im Rahmen der amerikanischen Präsidentschaftswahlen im Jahr 2016.

Ähnliche Anschuldigen von anderen Ländern

Vor den britischen Behörden hatten bereits Kanada und die USA ähnliche Anschuldigungen ausgesprochen. In diesem Zusammenhang erklärt der britische Außenminister Dominic Raab auch, dass Kanada, die USA und Großbritannien gemeinsam gegen die mutmaßlichen russischen Hacker vorgehen wollen:

Das Vereinigte Königreich schließt sich den USA und Kanada gegen die vollkommen inakzeptablen Handlungen des russischen Geheimdienstes an, den wir heute der Internetangriffe an diejenigen beschuldigen, die an der Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffes arbeiten.

Russland streitet Vorwürfe ab

Trotz der schwerwiegenden Anschuldigungen seitens des Vereinigten Königreichs, Kanadas und der USA lässt sich der Kreml nicht einschüchtern und versichert, nichts mit den Angriffen zutun gehabt zu haben. Dimitri Peskow, der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, erklärt:

Wir wissen nicht, wer hinter den Hackerangriffen der Pharmaunternehmen und der britischen Forschungszentren steht. Doch wir können eines sagen: Russland hat mit diesen Versuchen nichts zu tun.

Diese Anschuldigungen wirken sich nicht gerade positiv auf das eh schon recht angespannte Verhältnis zwischen Russland und dem Vereinigten Königreich aus. Denn nach den Vorfällen in den USA hat auch London dem russischen Geheimdienst vorgeworfen, sich in die Wahlen des britischen Unterhauses im vergangenen Dezember sowie das Referendum zum Brexit eingemischt zu haben.

Von Sarah Kirsch

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