Die größte Gefahr für alternde Männer sind weder Herzerkrankungen noch Krebs - sondern hängt mit ihrem Alltag zusammen

Die größte Gefahr für alternde Männer sind weder Herzerkrankungen noch Krebs - sondern hängt mit ihrem Alltag zusammen

Die größte Gefahr für alternde Männer sind weder Herzerkrankungen noch Krebs - sondern hat etwas mit ihrem Alltag zu tun. Studien haben sich jetzt mit Männern auseinandergesetzt, die im Alter stark einsam sind.

Kürzlich wurde in der Forschung herausgeworfen, dass unser Gehirn im Alter nicht "verrostet", wie angenommen. Auch die abnehmende Libido ist zwar normal, aber mangelnde sexuelle Aktivität kann den Körper im Alter schädigen.

Wart ihr schon einmal ganz alleine zu Hause und habt euch gefragt: "Wo sind meine Freunde hin?" Wenn ja, dann seid ihr bei weitem nicht die einzigen. Nun legen Studien nahe, dass Einsamkeit möglicherweise die größte Todesursache bei alternden Männern sein könnte. Darauf deuten steigende Selbstmordraten hin - aber nicht nur.

Einsamkeit wirkt sich nicht nur negativ auf die Psyche aus

Es mag euch überraschen, dass sich Einsamkeit nicht nur auf unsere Psyche negativ auswirkt. Auch unsere körperliche Gesundheit könnte durch Einsamkeit ebenso beeinträchtigt werden wie durch Krebs oder Fettleibigkeit.

Gemäß einer in Schweden veröffentlichten Studie neigen Männer mittleren Alters, die "mehrere" Freunde haben, weniger zu Herzanfällen und Tod durch Herzkrankheit im Vergleich zu gleichaltrigen Männern, die nur einer Person "nahe" stehen, üblicherweise der Ehepartnerin oder dem Ehepartner. Dies ist auch mit optimistischen Menschen der Fall - die positive Energie hält länger am Leben.

Vivek Murthy war unter Präsident Obama Leiter des öffentlichen Gesundheitsdienstes in den USA und äußert schon seit langem seine Sorgen zur aktuellen Epidemie, die alternde Männer betrifft. Bei dieser handelt es sich nicht etwa um Krebs oder Herzerkrankungen, sondern um Vereinsamung.

NicolasMcComber / Getty ImagesEinsamkeit im Alter ist für Männer laut Studie die größte Todesursache

Soziale Interaktionen im Web sind nicht das Gleiche

Trotz des derzeitigen Standes der Technik, der es uns ermöglicht, mit zahlreichen Menschen in Kontakt zu bleiben, gibt es immer mehr Menschen, die sich zunehmend einsam fühlen.

Dies könnte zum Großteil darauf zurückzuführen sein, dass "soziale" Interaktionen in den sozialen Netzwerken nicht dieselben Botenstoffe freisetzen, wie Treffen mit Menschen in der "realen" Welt. Werden Hormone wie Dopamin und Endorphine freigesetzt, wirken sie sich positiv auf unseren Körper und unsere Gesundheit aus.

Wir Menschen sind weitgehend soziale Wesen. Auch wenn sich manche von uns als "introvertiert" bezeichnen, benötigen wir Menschen, die uns nahe sind, denen wir uns anvertrauen können und die uns das Gefühl geben, dass wir nicht alleine auf der Welt sind. Unabhängig davon, ob wir eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner haben, benötigen wir zusätzlich Freunde und andere Menschen, mit denen wir Zeit verbringen. Dies hat erwiesene positive Auswirkungen für ein längeres, gesünderes Leben.

Wir gestehen uns allerdings nicht gerne ein, dass wir einsam sind, besonders, wenn wir einen Ehepartner oder eine Ehepartnerin haben. Wie können wir zugeben, dass wir einsam sind, ohne den Partner zu verletzen? Wenn wir aber noch länger füreinander da sein wollen und sicherstellen möchten, dass wir für uns und unsere Familie gesund bleiben, dann müssen wir auch offen darüber reden, dass wir uns einsam fühlen, und nach Auswegen aus dieser Situation suchen.

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Wie kann die Einsamkeit bekämpft werden?

Ruft einen alten Freund an, kontaktiert Menschen, die ihr kennt, bleibt in Kontakt. Überlegt nicht zwei Mal, wenn ihr die Gelegenheit habt, neue Menschen kennenzulernen, und knüpft neue Kontakte. Kommt mit Leuten ins Gespräch, immer und immer wieder. Je mehr ihr auf andere Menschen zugeht, umso mehr reagieren sie auch auf euch. Ihr seid es euch schuldig, ein glückliches, gesundes und langes Leben zu leben.

Wenn ihr nicht selbst einsam seid, dann kennt ihr bestimmt jemanden, der einsam ist - einen Arbeitskollegen, eine Person, die ihr täglich in den öffentlichen Verkehrsmitteln seht, oder diesen älteren Herrn in eurem Wohnhaus, dessen Familie nie zu Besuch kommt. Lasst die Gelegenheit nicht verstreichen, jemandem dabei zu helfen, ein besseres Leben zu führen!

Maximilian Vogel
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