Kikai-Caldera: Unterwasser-Vulkan lässt in Japan die Alarmglocken läuten

Kikai-Caldera: Unterwasser-Vulkan lässt in Japan die Alarmglocken läuten

Forscher haben den Fund eines riesigen Lavadoms unter der Kikai-Caldera bestätigt. Eine beunruhigende Entdeckung, die nichts Gutes vermuten lässt.

Am 9. Februar verkündete ein Team von Vulkanologen der Kobe-Universität eine beunruhigende Entdeckung: Unter der Kikai-Caldera hat sich eine Magmatasche gebildet. Diese ist für eine der größten Eruptionen unserer Zeit verantwortlich. Die Entdeckung könnte der Vorbote eines dramatischen Ereignisses sein: Eine Super-Eruption, die 110 Millionen Menschen betreffen würde, ist möglich.

Eine alte Nabe reißt auf

Die Kikai-Caldera ist eine verborgene Narbe in Japans Gewässern. Ein Überbleibsel eines Vulkanausbruchs, der vor 6500-7500 Jahren geschah: Die Eruption von Akahoya, einer der gewaltigsten Vulkanausbrüche seiner Zeit. Bei dem Ereignis, das die Fauna der Insel Kyūshū veränderte, stieß der Krater Gesteinsteile aus, die in einem Umkreis von 150 km niedergingen.

Aus diesem Grund ist die Entdeckung von 32 km³ Magma unter der Caldera sehr beunruhigend. Die chemische Zusammensetzung des Magmas lässt darauf schließen, dass es sich nicht um Rückstände der Eruption von Akahoya handelt, sondern um eine neue Ansammlung.

„Die post-calderischen Aktivitäten sollten, zumindest was die Caldera betrifft, als Anlass zu Vorbereitungen auf eine neue Super-Eruption genommen werden,“ sagt der Vulkanologe Yoshiyuki Tatsumi. „Es handelt es sich hier nicht um die Nachwirkungen der Akahoya Ära.“

Japan hält den Atem an

Es besteht ein einprozentiges Risiko, dass sich ein Vulkanausbruch von den Ausmaßen von Akahoya  wiederholt. Ein Risiko, das man nicht vernachlässigen darf. „Im Falle eines Ausbruchs würden 40 km³ Magma auf einmal freigesetzt werden, dies würde schwerwiegende Folgen haben,“ erklären die Forscher.

Bei ihrer nächsten Exkursion zu dem Krater will das Forscherteam Unterwasserroboter und Seismographen einsetzen, um möglichst viele Informationen über die vulkanischen Aktivitäten und den Zustand des Kraters zu sammeln. Die Ergebnisse der Untersuchungen sollen Antworten auf die möglichen Gründe für ein eventuelles Ausbrechen des Vulkans liefern.

„Eine Super-Eruption, wie sie bei einer Schmelze einer Caldera entstehen, passieren selten, aber sie sind höchst gefährlich.“ Sie könnte etwa zu einem „Vulkanwinter“ führen. „Viele Vulkane sorgten in den Millionen von Jahren ihrer Existenz bereits für Super-Eruptionen,“ erklären die Forscher in ihrem Artikel.

Die Entdeckung könnte das Geheimnis lüften, wie eine Super-Eruption funktioniert und was sie auslöst. Bis mehr über das Naturphänomen bekannt ist, wird die japanische Bevölkerung die Luft anhalten, in der Hoffnung, dass die Caldera in den nächsten Jahrhunderten ruhig bleibt.

• Carina Levent
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