Torticollis

Der Torticollis, umgangssprachlich auch Schiefhals genannt, ist eine Muskelkontraktion im Nacken. Die häufigsten Formen sind der Torticollis acutus, der Torticollis spasticus, der im Falle einer Behandlung nicht länger als fünf Tage dauert und der Torticollis muscularis, der angeboren ist.

Torticollis Definition: Was ist ein Schiefhals?

Der Schiefhals ist eine schmerzhafte und unwillkürliche Kontraktion der Nackenmuskulatur. Dies betrifft am häufigsten den Sternocleidomastoideus Muskel (SCOM) und den Trapezmuskel. Der Begriff Torticollis kommt aus dem Lateinischen „Collum Tortum“ und bedeutet "krummer Hals".

Torticollis Symptome: wie erkennt man einen Schiefhals?

Die Symptome des Torticollis sind leicht erkennbar. Die Nackenmuskeln ziehen sich zusammen und versteifen sich, was den Kopf auf einer Seite festklemmt. Jede Bewegung wird kompliziert und äußerst schmerzhaft. In einigen Fällen kann es nach unten bis hin in den Arm ausstrahlen und Schmerzen in Schulter oder oberen Rücken verursachen. Die Dauer des Torticollis kann von wenigen Stunden bis zu fünf Tagen variieren.

Wenn ein steifer Nacken von Fieber oder Erbrechen begleitet wird, dann können dies Symptome für eine ernsthafte Erkrankung wie Meningitis sein.

Schiefhals Ursachen und Formen: Torticollis acutus, spasticus und muscularis

Es gibt mehrere Arten des Schiefhals. Der gemeine Torticollis oder Torticollus acutus ist geläufig und harmlos. Er tritt in Folge einer schlechten Schlafposition auf und verschwindet in der Regel von selbst während des Tages.

Der Torticollis spasticus bzw. die zervikale Dystonie ist viel hinderlicher. Er tritt heftig und am häufigsten nach einer falschen Bewegung auf. Die Muskeln verkrampfen sich heftig und der Hals wird dann in einer bestimmten Position blockiert. Die Drehung des Kopfes in die andere Richtung ist schmerzhaft oder unmöglich.

Der angeborene Torticollis muscularis erscheint von Geburt an und tritt bei einem Kind auf, das eine schlechte Position in der Gebärmutter hatte oder dessen Halswirbel bei der Geburt gelitten haben. Diese Form ist relativ selten (etwa 4 von 1000), sollte jedoch ernst genommen werden. Sie wird in der Regel von Plagiozephalie (Abflachung des Schädels) begleitet und kann zu Skoliose oder Augenkoordinationsproblemen führen.

Auch in der Tiermedizin ist der Torticollis bekannt, so können zum Beispiel oft Kaninchen darunter leiden.  

Behandlung und Therapie von Torticollis: Schmerzmittel oder Physiotherapie

Bei einem Schiefhals ist es wichtig die Nackenmuskulatur zu entspannen. Tragen Sie eine Halskrause für ein paar Tage, damit Sie keine plötzlichen oder schmerzhaften Bewegungen machen. Lokale Anwendung von Wärme hilft ebenso die Muskeln zu entspannen.

Wenn der Schmerz anhält, kann der Arzt entzündungshemmende Schmerzmittel und Beruhigungsmittel verschreiben. In ähnlicher Weise kann Physiotherapie oder Osteopathie helfen die Schmerzen bei einem Torticollis zu lindern.

Bei Neugeborenen mit angeborenem Torticollis kann eine Physiotherapie mögliche Folgen begrenzen und je früher sie beginnt, desto weniger Auswirkungen wird das Kind erleiden.

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