US-Konzern Walmart geht den Bienen mit einer umstrittenen Technologie an den Kragen

US-Konzern Walmart geht den Bienen mit einer umstrittenen Technologie an den Kragen

Eine berühmte amerikanische Warenhauskette hat ein Patent für eine überraschende Erfindung angemeldet: Roboter-Bienen. Diese von Walmart erfundenen Miniatur-Drohnen sollen das Verhalten der echten Insekten nachahmen. Das Zukunfts-Szenario hat allerdings seine Schattenseiten!

Diese Erfindung sorgt für ganz schön viel Aufruhr. Der multinationale Konzern Walmart mit Sitz in den USA hat vor Kurzem ein Patent auf eine ganz besondere Erfindung angemeldet: Auf autonome Roboter-Bienen.

Auch wenn keine öffentlichen Äußerungen Walmarts zu diesem Projekt bekannt sind, ermöglichen die Dokumente, die vom amerikanischen Patentamt veröffentlicht wurden, einen detaillierten Einblick in diese Roboter-Fluginsekten.

Naturgetreue Roboter

Die autonomen Miniatur-Drohnen, die wie Bienen aussehen, sollen das Verhalten der Bienen in der Natur imitieren. Dank mehrerer Sensoren und Kameras sollen diese Bestäubungsdrohnen dazu in der Lage sein, Gebiete auszumachen, auf denen sich Blüten befinden. Sie sollen dann von einer Blüte zur nächsten fliegen, um den wertvollen Pollen von einer Pflanze zur anderen zu befördern, so wie es ihre natürlichen Vorbilder tun.

Die Ziele, die die amerikanische Firma mit diesen Roboter-Bienen verfolgt, bleiben rätselhaft. Aber sie könnte damit auf den fortschreitenden und beunruhigenden Rückgang der Bienen in der Natur reagieren. Seit den 1960er Jahren ist fast ein Drittel dieser Insekten infolge der immer stärkeren Verwendung von Insektiziden wie Neonicotinoiden in der Landwirtschaft verschwunden. Auch Schädlinge wie die Asiatische Hornisse schaden der Biene, indem sie ganze Bienenstöcke ausrotten.

Eine echte Plage – während die Bienen die Bestäubung von fast einem Drittel unserer Nahrung sichern. Aufgrund dieses Umstandes hat Greenpeace vor ein paar Jahren ein Schock-Video verbreitet, in dem eine Welt gezeigt wurde, in der Bienen und andere Bestäuber durch Roboter ersetzt worden waren. Eine Zukunft, die in Anbetracht der vor Kurzem enthüllten Projekte gar nicht mehr so irreal erscheint.

Eine Patentanfrage unter vielen

Neben dem Patent, das von Walmart angemeldet wurde, gibt es auch andere Projekte, die eine Lösung für den Rückgang der Bienenpopulationen sein könnten. 2013 haben zum Beispiel Forscher der Harvard-University in den USA „RoboBees“ präsentiert – Mini-Roboter in der Größe von echten Bienen, die fliegen und durch die Luft gleiten können.

Ein innovatives Projekt, dass allerdings an seine Grenzen stößt: Damit die RoboBees funktionieren, müssen sie mit einer Stromquelle verbunden sein, und sie können nicht aus der Ferne gesteuert werden – im Unterschied zu den Modellen von Walmart. Neueste Verbesserungen ermöglichen allerdings bessere Leistungen dieser Miniatur-Roboter. Sie sind dazu in der Lage, sich an schwierigen Oberflächen festzuhalten, zu tauchen und das Wasser ohne Probleme wieder zu verlassen.

Kürzlich haben japanische Forscher ebenfalls Bestäubungs-Roboter entwickelt, die die Bienen ersetzen könnten. Aber ihr Projekt stößt ebenfalls noch auf diverse Probleme – vor allem, was die Autonomie und die Steuerung aus der Ferne anbelangt. Neben der Möglichkeit, sie von Weitem zu steuern, haben die Roboter-Bienen von Walmart noch den Vorteil, dass sie automatisch Blüten ausmachen können.

Eine Fähigkeit, die es ermöglichen müsste, sie vollkommen autonom zu machen und die vielleicht dazu führen wird, dass wir sie eines Tages über Wiesen und Felder fliegen sehen werden, während sie bislang nur eine Zeichnung auf Papier sind.

Weitere Patentanmeldungen von Walmart

Wenn das Projekt sich konkretisiert, könnten die Roboter-Bienen im Himmel auf andere fliegende Maschinen treffen, die in der Landwirtschaft tätig sein könnten. Walmart hat noch fünf weitere Patente auf landwirtschaftliche Drohnen angemeldet. Dabei handelt es sich unter anderem um einen Roboter, der dazu in der Lage ist, Schädlinge auszumachen und um einen, der die Gesundheit der Pflanzen überwachen könnte.

Auch wenn die Firma für ihr Engagement für Naturschutz bekannt ist, handelt es sich bei diesen Projekten von Walmart wohl eher um einen Versuch der Warenhauskette, in die Landwirtschaft einzudringen und so die Kontrolle über ihre gesamte Versorgungskette zu übernehmen.

Mit seinen landwirtschaftlichen Drohnen wäre Walmart tatsächlich dazu in der Lage, die Qualität seiner Produkte zu verbessern und dabei zugleich die Produktionskosten zu senken. Eine vielversprechende technologische Innovation, die aber nichts Gutes für die Zukunft der Bienen auf unserem Planeten verspricht.

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