Lyell-Syndrom: Symptome, Ursachen, Behandlung

Lyell-Syndrom: Symptome, Ursachen, Behandlung

Beim Lyell-Syndrom handelt es sich um eine schwere Hauterkrankung, die unter anderem als allergische Reaktion auf Medikamente auftreten kann. Dabei wird die Oberhaut stark beschädigt. Nach anfänglicher Blasenbildung folgt ein großflächiges Ablösen der Epidermis. Die Hauterkrankung ist lebensbedrohlich.

Das Lyell-Syndrom ist eine schwere Hauterkrankung, bei der sich die Oberhaut ablöst. Die Erkrankung erinnert an eine Verbrennung der Haut zweiten Grades.

Beim medikamentösen Lyell-Syndrom handelt es sich um eine schwerwiegende allergische Reaktion auf Medikamente, bei der auch die Schleimhäute im Mund, in den Augen oder im Genitalbereich angegriffen werden können. Das Lyell-Syndrom tritt sehr selten auf und kommt nur bei 2 von 1.000.000 Menschen vor. Betroffen können sowohl Kinder als auch Erwachsene sein.

Lyell-Syndrom: Symptome

Das Lyell-Syndrom tritt plötzlich und unvorhersehbar auf. Zunächst beginnt es wie ein grippaler Infekt, bevor es anschließend zu Bläschenbildung auf der Haut und den Schleimhäuten kommt. Die Hauterkrankung verschlimmert sich im Laufe von fünf Tagen. Beim geringsten Reiben löst sich die Oberhaut ab. Die darunter liegende Lederhaut ist rot und nässt.

Die ersten Symptome lassen an einen virusbedingten Hautausschlag wie Windpocken denken, doch das Auftreten neuer Symptome ist der entscheidende Unterschied. Folgende Symptome zeigen sich:

- Rötungen im Gesicht und auf dem Körper (zunächst sind das Gesicht und der Oberkörper betroffen, bis sich die Rötungen schnell auf dem ganzen Körper ausbreiten)

- Ablösung der Schleimhäute (Mund, Augen, Anus, Genitalbereich)

- Bildung von Blasen mit wässrigem Inhalt

- Platzen der Blasen und Ablösen der Oberhaut. Darunter wird die rot leuchtende Lederhaut freigelegt, die aussieht, wie nach einer Verbrennung zweiten Grades

- Hohes Fieber

- Extreme Müdigkeit 

- Dehydratation

Lyell-Syndrom: Ursachen

Die häufigste Ursache für das Lyell-Syndrom ist eine allergische Reaktion auf Medikamente. Entzündungshemmende Medikamente und Schmerzmittel wie Ibuprofen und Aspirin sowie einige Antibiotika und Antikonvulsiva können ursächlich sein.

Einige Erkrankungen wie Lupus erythematodes, eine HIV-Infektion, Krebs oder auch eine Strahlentherapie können das Risiko einer Erkrankung erhöhen. In seltenen Fällen kann das Lyell-Syndrom ohne Verbindung zu einem verdächtigen Medikament ausbrechen.

Lyell-Syndrom: Behandlung

Wird bei einem Patienten das Lyell-Syndrom diagnostiziert, wird dieser sofort ins Krankenhaus eingeliefert, wo er auf der Intensivstation oder auf der Station für Schwerbrandverletzte behandelt wird.

Der Patient wird umgehend mit Infusionen versorgt, um wieder zu Flüssigkeit zu kommen. Sind die Schleimhäute im Mund betroffen, ist eine Magensonde notwendig. Außerdem wird die Atmung überwacht und die Haut versorgt.

In 20 bis 25% der Fälle kann das Lyell-Syndrom tödlich enden. Die Überlebenden sind meist von Spätfolgen betroffen, wie Hautunregelmäßigkeiten oder Folgebeschwerden an den Augen.

• Carina Levent