Leberkrebs

Leberkrebs ist eine der aggressivsten Krebserkrankungen, jedoch ebenso eine der Krebserkrankungen, deren Behandlung sich in letzter Zeit am besten entwickelt. Definition, Ursachen, Anzeichen, Symptome und Behandlung von Leberkrebs.

Definition: Was ist Leberkrebs?

Die Leber ist ein wichtiges Organ und eines der größten des menschlichen Körpers. Gelegen im rechten Teil des Bauches zwischen dem Zwerchfell und dem Magen, hat die Leber viele Funktionen: sie filtert die vom Körper aufgenommenen Giftstoffe, speichert und wandelt die absorbierten Nährstoffe aus dem Darm, produziert die für die Blutgerinnung notwendigen Proteine, produziert Galle, so dass der Organismus das Körperfett absorbieren kann, und reguliert den Glukosespiegel bestimmter Hormone.

Man unterscheidet zwei Arten von Leberkrebs. Der primäre Leberkrebs entsteht in den Leberzellen, den Hepatozyten. Der häufigste Grund ist ein hepatozelluläres Karzinom oder HCC.

Der sekundäre Leberkrebs, oder metastatische, ist ein Krebs, der von anderen Stellen im Körper herrührt und sich dann als Metastasen in der Leber verteilt. Die Leber ist ein Blutfilter und so können die Krebszellen eines anderen Organs die Leber leicht durch den Blutstrom erreichen.

Von Leberkrebs können nicht nur Menschen betroffen sein, auch Hunde können beispielsweise erkranken. 

Ursachen von Leberkrebs

Die Ursachen für primären Leberkrebs sind nach wie vor schwer zu bestimmen, aber einige Risikofaktoren wurden identifiziert:

- Chronische Hepatitis B und chronische Hepatitis C (A nicht) sind die Ursache für die meisten hepatozellulären Karzinome.

- Zirrhose der Leber, oft ,aber nicht nur, aufgrund von Alkohol

- die Aussetzung gegenüber bestimmter Giftstoffe , wie zum Beispiel bestimmter Arten von Pilzen durch unsachgemäß gelagerte landwirtschaftliche Erzeugnisse (Aflatoxine), Vinylchlorid in einigen Kunststoffen, anabole Steroide und Arsen

- Rauchen

Anzeichen und Symptome von Leberkrebs

Am Anfang der Krankheit löst Leberkrebs selten spezifische Symptome aus, weshalb dieser Krebs oft zu spät diagnostiziert wird. Dann können folgende Symptome auftreten:

- ein unerklärlicher Gewichtsverlust

- Appetitlosigkeit

- Schmerzen im Bauch

- Übelkeit und/oder Erbrechen

- allgemeine Müdigkeit

- das Auftreten einer Schwellung im Bereich der Leber

- Gelbsucht (Haut und Augen gelb gefärbt, heller Stuhl und dunkler Urin)

Diese Symptome sind jedoch nicht spezifisch für Leberkrebs und können auch von einer anderen Krankheit herrühren, dennoch sollte beim Auftreten dieser Anzeichen ein Arzt aufgesucht werden.

Therapie und Behandlung von Leberkrebs

Es gibt viele Möglichkeiten der Behandlung bei Leberkrebs: Chirurgie, Radiofrequenzablation, Kryotherapie, perkutane Injektion, Chemotherapie oder Strahlentherapie. Die Auswahl der Behandlungen und deren Kombinationen wird durch den Arzt vorgenommen, entsprechend dem Zustand des Patienten und dem Ausmaß des Tumors.

- Operation:

Ein chirurgischer Eingriff, die partielle Hepatektomie, sollte wenn möglich als erste Wahl der Behandlung durchgeführt werden. Die Operation hängt von mehreren Bedingungen ab: Der Tumor muss auf die Leber beschränkt sein, trennbar sein und das verbleibende gesunde Lebervolumen sollte für eine normale Funktion ausreichend sein. Die Leber ist in der Lage nach einer teilweisen Hepatektomie ihr Lebervolumen zum Teil zu regenerieren, jedoch nie auf seine komplette ursprüngliche Größe.

Wenn die Leber zu stark befallen ist, jedoch ohne dass sich der Leberkrebs mit Metastasen auf ein anderes Organ verteilt hat, kann der Arzt eine Gesamthepatektomie, sprich eine vollständige Entfernung der Leber, in Betracht ziehen. Dabei wird eine Transplantation einer ganzen Leber oder eines Leberlappen von einem kompatiblen Spender vorgenommen. Es ist jedoch selten, dass eine Lebertransplantation durchführbar ist, um primären Leberkrebs zu behandeln.

- Radiofrequenzablation:

Wenn der Tumor nicht durch eine Operation entfernt werden kann, wird oft Radiofrequenzablation angewendet. Diese verbrennt die abnormen Zellen anhand kleiner Elektroden, die man in die Leber einsetzt und die einen elektrischen Schlag auslösen.

- Chemotherapie:

Chemotherapie wird angewendet, wenn eine Operation und lokale Zerstörungsmethoden nicht einsetzbar sind, oder wenn der Tumor rezidiv ist. Sie umfasst eine medikamentöse Therapie, die intravenös oder oral verabreicht wird. Diese Medikamente greifen dann die Krebszellen an. Um die Nebenwirkungen weit möglichst zu reduzieren, werden chemotherapeutische Medikamente direkt in den Tumor oder in die Arterie injiziert, welche die Leber mit Blut versorgt.

Andere Optionen wie die Kryochirurgie werden vernachlässigt, um mehr und mehr der Radiofrequenzablation Platz zu machen. Ebenso wird die perkutane Injektion immer weniger angewendet. Auch Bestrahlung wird selten beim primitiven Leberkrebs verwendet, das dieser Krebs wenig auf Strahlentherapie reagiert.

Leberkrebs Prognose: Lebenserwartung und Heilungschancen

Lebenserwartung und Heilungschancen bei Leberkrebs hängen von mehreren Faktoren ab: der Lage des Tumors, seiner Eigenschaften und dem Stadium der Krankheit. Es ist wichtig, dass die Diagnose von Leberkrebs frühst möglich erfolgt. Tatsächlich hängt die Prognose bei Leberkrebs vom  Zustand der Leberfunktion ab: Je besser sie ist, desto höher sind die Überlebenschancen.

Dennoch bleibt Leberkrebs eine äußerst tödliche Krankheit. Man schätzt, dass nur etwa 13% der Menschen mit Leberkrebs noch mehr als fünf Jahre nach der Diagnose überleben.

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