Blutarmut bei Anämie

Eine Anämie, auch Blutarmut genannt, ist ein Gesundheitsproblem, von dem etwa ein Viertel der Weltbevölkerung betroffen ist. Eine Anämie kann zu Komplikationen führen und erfordert eine Behandlung, sobald sie kritisch wird. Was bedeutet Blutarmut? Wie entsteht eine Anämie? Wie kann man Blutarmut behandeln? Hier ein Überblick über die Symptome, Ursachen und die Therapie einer Anämie. 

Anämie / Blutarmut: Definition

Eine Anämie ist eine anormale Verringerung des Hämoglobinspiegels im Blut. Hämoglobin ist ein Protein, welches aus roten Blutkörperchen besteht und dem Transport von Sauerstoff im Blut dient. Deshalb sind Personen, die unter Blutarmut leiden, häufig außer Atem. Sie leiden schneller unter Müdigkeit, weil ihr Herz die Anstrengung verdoppeln muss, um die gleiche Dosis Sauerstoff zu transportieren.

Formen und Werte einer Anämie 

Man spricht von einer Anämie, wenn der Hämoglobinspiegel unter 140 Gramm pro Liter Blut bei Neugeborenen, unter 130g/Liter bei erwachsenen Männern und unter 120g/Liter bei erwachsenen Frauen liegt. Es existieren 2 verschiedene Formen von Anämien: Aregenerative Anämien und Regenerative Anämien. Die Aregenerative Anämie zeichnet sich durch eine Insuffizienz der Produktion roter Blutkörperchen und Hämoglobins des Knochenmarks aus. Bei der Regenerativen Anämie ist die Produktion zwar normal, aber die Verringerung geht auf einen Verlust von roten Blutkörperchen zurück, der beispielsweise durch eine Blutung oder eine Zerstörung der Zellen (Hämolyse) verursacht wird. 

Anämie: Ursachen der Blutarmut

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden nicht weniger als 25% der Weltbevölkerung an einer Anämie. Blutarmut kann verschiedene Ursachen haben. Doch in den meisten Fällen steht sie in Verbindung mit einem Eisenmangel oder dem Fehlen bestimmter Vitamine. Diese Elemente bilden eine Grundvoraussetzung für die Herstellung des Hämoglobins und für die korrekte Funktionsweise der roten Blutkörperchen. 

Eine Anämie kann auch in Verbindung mit einer Nierenerkrankung auftreten, welche die Herstellung eines anderen wichtigen Elements, dem Erythropoetin, stört. Eine Entzündungskrankheit oder eine Schädigung im Bereich des Knochenmarks können ebenfalls zu einer Insuffizienz der roten Blutkörperchen und damit zu Blutarmut führen. 

Frauen, die eine sehr starke Menstruation haben, Kinder im Vorschulalter und Schwangere stehen unter erhöhtem Risiko, an einer Anämie zu erkranken.  

Anämie: Symptome der Blutarmut

Der Großteil der Menschen, die an einer leichten Anämie leiden, bemerken diese gar nicht. Tatsächlich treten die Symptome leichter oder stärker auf, je nach Schweregrad, Form und Entwicklungsgeschwindigkeit der Blutarmut. Generell sind die Symptome der Anämie aber durchaus typisch. Blutarmut zeichnet sich aus durch: 

- Müdigkeit,

- einen blassen Teint,

- eine Beschleunigung des Herzrhythmus, 

- rasches Auftreten von Atemproblemen bei Anstrengung.

Weiterhin kann man folgende Anzeichen feststellen:

- kalte Extremitäten, insb. Hände oder Füße,

- Kopfschmerzen,

- Schwindelgefühl,

- eine höhere Empfänglichkeit gegenüber Infektionen.

In schweren Fällen einer Anämie kann es zu Schmerzen in den Gliedmaßen, Bauch- oder Rückenschmerzen sowie Sehstörungen oder einer gelblichen Hautfärbung kommen. 

Anämie: Diagnose und Behandlung von Blutarmut

Die Diagnose einer Anämie erfolgt über eine medizinische Untersuchung des Blutes. Ein Blutbild gibt Aufschluss über den Hämoglobinspiegel im Blut. Ist der Hämoglobinwert zu niedrig, gilt eine Anämie als bestätigt. Das Blutbild gibt außerdem Aufschluss über die Ursache der Störung und darüber, ob sie z.B. mit einem Eisenmangel verknüpft ist oder nicht. 

Die Behandlung von Blutarmut variiert je nach Form und Ursache der Anämie:

- Eine Anämie aufgrund von Eisenmangel kann von einem Arzt rasch diagnostiziert werden und es werden Nahrungsergänzungsmittel in Form von Tabletten verschrieben.

- Handelt es sich um einen Mangel an Vitamin B12 oder Vitamin B9, können ebenfalls Nahrungsergänzungsmittel verabreicht werden.

- Wenn die Anämie durch ein Medikament verursacht wurde, sollte die Einnahme desselben abgebrochen werden.

- Ist die Anämie mit einer Krankheit verknüpft, sollte diese behandelt werden, um die Symptome der Blutarmut zu verringern.

- Frauen mit sehr starken Menstruationen können Hormone verschrieben werden, um die Symptome abzuschwächen.

- Bei einer hämolytischen Anämie, die nicht angeboren ist, werden Immunsuppressiva und Corticosteroide verschrieben.

- In schweren Fällen von Blutarmut werden synthetische Erythropoetine per Spritze verabreicht. Es können auch Bluttransfusionen oder Knochenmarkstransplantationen in Erwägung gezogen werden, wenn der Patient dies wünscht.

Wenn eine Anämie schwerwiegend ist oder über einen langen Zeitraum besteht und nicht behandelt wird, können Komplikationen für Herz und Lunge auftreten.

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