Amok: Bedeutung, Symptome, Ursachen

Amok: Bedeutung, Symptome, Ursachen

Als Amok wird eine Art Wahnsinn bezeichnet, die in einigen asiatischen Ländern, vor allem in Malaysia, besonders häufig beobachtet wird. Bei diesem mörderischen Wahn läuft die betroffene Person (der Amokläufer) durch die Straßen und attackiert wahllos alle Menschen, die ihr über den Weg kommen.

Was bedeutet Amok?

Amok ist eine psychische Krankheit, eine Art mörderischer Wahn, der schlagartig über einen Menschen kommen kann. Dabei nimmt der Mensch ein ganz eigenes Verhalten an, läuft plötzlich los, und verletzt, attackiert oder tötet alle Menschen, die ihm begegnen.

Bei einem Amoklauf ist der Betroffene von der Realität abgekapselt. In Malaysia spricht man von einem Rachegeist, der von dem Betroffenen Besitz ergriffen hat. Ein Amoklauf gilt manchmal als eine Art Selbstmord, da der Betroffene oft während seiner Attacken getötet wird oder sich selbst tötet.

Amok ist eine Pathologie, die schwer vorherzusehen ist. Meist sind Männer davon betroffen. Nicht zwingend muss der Betroffene bereits vorher psychische Probleme gehabt haben.

Amok: Ursachen

Im Westen gilt Amok als psychische Krankheit. In Asien wird es eher als eine Art Zauber wahrgenommen. Die Amokläufer seien von Rachegeistern besessen, die sie verzaubert hätten, um sie zu bestrafen.

Laut verschiedenen Ethnologen, die das Phänomen in Asien untersucht haben, wird Amok oft nach gewaltigen Frustrationen ausgelöst. Ein Mann, der gedemütigt wird, öffentlich gescheitert oder entehrt wurde, kann von diesem mörderischen Wahn ergriffen werden, getrieben von Rache und Selbstzerstörung.

Amok: Psychologische Anthropolgie als Hilfe

Im Philosophie Magazine schrieb der Psychologe und Essayist Tobie Nathan 2013 einen Artikel über Amok. Dort zog er einen Vergleich zwischen Amok und den verrückten Schützen in den USA aus dem Blickwinkel der psychologischen Anthropologie. „In Malaysia muss der Kris, die traditionelle Waffe, die von Vater an Sohn übergeben wird, gut behandelt werden: Man muss für ihn beten, für ihn opfern, ihn gut pflegen mit Öl und Fett. Manchmal wird diese Pflege aber vernachlässigt, dann ergreift die Waffe Besitz vom Sohn und richtet Unheil an“, so Tobie Nathan.

• Carina Levent