Afrika: Bricht der Kontinent nach Erdbeben auseinander?

Afrika: Bricht der Kontinent nach Erdbeben auseinander?

Vor Kurzem ist im Südwesten Kenias infolge eines starken Erdbebens ein beeindruckender Abgrund entstanden. Wissenschaftler sehen darin ein erneutes Anzeichen für das allmähliche Auseinanderbrechen des afrikanischen Kontinents.

Im März 2018 ist ein gewaltiger Riss mitten in der Mahiu-Narok-Straße in Kenia entstanden. Er ist bis zu 15 Meter tief und 3 Kilometer lang und bildete sich infolge von übermäßig starken Regenfällen, die vor Kurzem über dem Land niedergingen. Doch laut Geologen handelt es sich hier um ein Anzeichen für ein deutlich tiefgreifenderes und spektakuläreres Phänomen: Die Teilung des afrikanischen Kontinents.

Steht Afrika vor einer Spaltung?

Es ist nicht das erste Mal, dass die Mahiu-Narok-Straße zeigt, dass sie ihren eigenen Kopf hat.„Es scheint in diesem Gebiet eine gewisse Schwäche des Bodens zu geben“, erklärt Julius Korir, Verantwortlicher für die Infrastruktur. Die Straße wurde geflickt, um das Fließen des Verkehrs schnell wieder zu ermöglichen. Diese Notlösung wird allerdings aller Wahrscheinlichkeit nach auf lange Sicht nicht funktionieren.

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„Die Erde ist ein Planet in ständigem Wandel, wenn die Veränderungen, die vor sich gehen, uns auch oft fast unsichtbar erscheinen“, schreibt die Forscherin Lucia Perez Diaz vom Royal Holloway der Universität von London auf der Seite The Conversation„Aber manchmal kommt es zu einem spektakulären Ereignis, das für Forscher erneut die Frage aufwirft, ob sich der afrikanische Kontinet zweiteilt.“

Wenn der Planet sich ein Rifting gönnt

Die Lithosphäre der Erde besteht aus der Erdkruste und dem oberen Teil des Erdmantels. Diese Struktur setzt sich aus mehreren tektonischen Platten zusammen, die sich bewegen. Die Kräfte, die die Bewegungen auslösen, können dazu führen, dass Teile der Platten brechen und zur Entstehung von neuen Erd- und Gesteinsinseln führen, welche sich auf der Asthenosphäre bewegen.

„Wenn die Lithosphäre einer horizontalen Dehnungskraft ausgesetzt ist, wird sie auseinandergezogen und dadurch dünner. Letzten Endes bricht sie und dies führt zur Entstehung eines Rifttals“, fährt die Spezialistin fort. Dieser Vorgang wird von einer stärkeren vulkanischen und seismischen Aktivität begleitet. Wenn er weiter fortschreitet, kann er zur Entstehung eines neuen Ozeans führen.

Ein multiples Afrika naht

Das ist es, was vor ca. 138 Millionen Jahren geschah, als Afrika und Amerika sich geteilt haben und so der atlantische Ozean entstanden ist. Und nun passiert es beim Großen Afrikanischen Grabenbruch, einer geologischen Entwicklung, die ca. 3.000 Kilometer zwischem dem Nahen Osten und dem Süden Afrikas betrifft. Das afrikanische Rifttal teilt im Westen das Horn von Afrika und sorgt für ein Auseinandergleiten der nubischen Platte auf der einen Seite und der somalischen Platte auf der anderen.

Dieses Rifting (Zerreißen der Lithosphäre) begann vor ca. 20 Millionen Jahren im Miozän und könnte in den nächsten Millionen Jahren zu einer Isolation und einer Abteilung der somalischen Platte führen. Afrika könnte also zweigeteilt werden. Diese geologische Aktivität „ist sichtbar geworden, als sich der breite Riss im Südwesten Kenias bildete“, erklärt Perez Diaz.

Die Dehnung der Lithosphäre im afrikanischen Rifttal wird durch eine Bewegung im Bereich der Asthenosphäre ausgelöst, der Schicht, die sich unter der Lithosphäre befindet. Dort sorgt ein Anschwellen des Magmas für Druck gegen die Lithosphäre und dieser Druck wiederum schwächt zusammen mit der Hitze die Lithosphäre, dehnt sie und wird auf lange Sicht zu ihrem Bruch führen. Es gibt jedoch keinen Grund zur Sorge – dieser Bruch sollte erst in mehreren Dutzend Millionen Jahren anstehen. Ihr habt also noch ein wenig Zeit, um euch darauf vorzubereiten.

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